Zuversicht! - Der Blog der Kirchengemeinde St. Jürgen

Ich freue mich auf jeden Fall über Rückmeldungen .


Alles hat ein Ende... oder auch nicht richtig

58 tägliche Einträge.

Musik - Videos - Gebete - Andachten.

So sind wir gemeinsam duch die Wochen der Corona-Pandemie gegangen. Danke allen, die mit dabei waren.

Danke für Mails und Karten und Anrufe.

Die Seite bleibt! Also weiterhin viel Spaß beim Stöbern, Nachlesen und Hören.

Ansonsten gilt: Seit dem 11.05.2020 nicht mehr täglich was Neues, aber immer mal wieder!

Also Bis bald.


 

Sonntag, den 10.05.2020 - Tag 58

 

Kantate – Singt!

Kantate. Diesen Namen trägt der heutige Sonntag im Kirchenjahr. Singen, wie gerne würde ich das mal wieder. Im Gottesdienst, mit anderen, mit Konfirmandinnen und Konfirmanden, den Teamern. Das singen fehlt mir und darum gibt es heute zum Abschluss ein Lied vom Singen.

„Ich sing dir mein Lied“ heißt es. Ich singe Gott ein Lied, mein Lied. Mein Lebenslied, meine Lebensmelodie. Und ich weiß, dass er alle Höhen und Tiefen hält. Wachsen und Werden, Anfang und Ende liegen in seinen Händen. Gott, Freundin des Lebens, dir sing ich mein Lied. Ich singe von Zeichen der Hoffnung auf steinigen Wegen. Cantai ao senor, un cantico novo. Ich sing dir Gott ein neues Lied. Dir, Quelle des Lebens, singe ich und weiß du hast mir meine (Lebens-)Töne gegeben, meinem Leben eine unvergleichliche Melodie geschenkt. Ich sing dir mein Lied, in ihm klingt mein Leben!

 

 

Ich sing dir mein Lied, in ihm klingt mein Leben.
Die Töne, den Klang hast du mir gegeben
von Wachsen und Werden, von Himmel und Erde,
du Quelle des Lebens, dir sing ich mein Lied.

Ich sing dir mein Lied, in ihm klingt mein Leben.
Den Rhythmus, den Schwung hast du mir gegeben
von deiner Geschichte, in die du uns mitnimmst,
du Hüter des Lebens. Dir sing ich mein Lied.

Ich sing dir mein Lied, in Ihm klingt mein Leben.
Die Tonart, den Takt hast du mir gegeben
von Nähe, die heil macht – wir können dich finden,
du Wunder des Lebens. Dir sing ich mein Lied.

Ich sing dir mein Lied, in ihm klingt mein Leben.
Die Höhen, die Tiefen hast du mir gegeben.
Du hältst uns zusammen trotz Streit und Verletzung,
du Freundin des Lebens. Dir sing ich mein Lied.

Ich sing dir mein Lied, in ihm klingt mein Leben.
Die Töne den Klang hast du mir gegeben
von Zeichen der Hoffnung auf steinigen Wegen
du Zukunft des Lebens. Dir sing ich mein Lied.

Text und Melodie aus Brasilien
deutscher Text: Fritz Baltruweit und Barbara Hustedt


 

Samstag, den 09.05.2020 - Tag 57

 

Der Lichtweg - Teil 2

Der Lichtweg vom letzten Samstag geht weiter.

 

 

Bis Morgen.


 

Freitag, den 08.05.2020 - Tag 56

 

Die Kraft der Musik

Musik wirkt. Wirkt Wunder, Heilung. Musik schafft Gemeinschaft. So haben wir es in Ölper einige Wochen beim abendlichen Singen von "Der Mond ist aufgegangen" erlebt.
Ein anderes Lied, das mich durch diese Zeiten begleitet hat war "Von guten Mächten", nach einem Gedicht von Dietrich Bonhoeffer. Den Text hat er 1944 in Gefangenschaft geschrieben. In einer Zeit äußerster Not und Bedrängnis. Viele Melodien wurden geschrieben, um den Worten Flügel zu verleihen. Am Bekanntesten ist vermutlich die Melodie des Liedermachers Siegfried Fietz. Eine wunderbare Melodie, leicht und fließend. und dazu zuversichtliche Hoffnungsworte von Dietrich Bonhoeffer. Darum heute ein Video von Siegfried Fietz mit 'seiner' Melodie und den Worten von Dietrich Bonhoeffer.

 

 

Bleibt gut behütet von den wunderbaren Mächten!

Bis Morgen.


 

Donnerstag, den 07.05.2020 - Tag 55

 

Langsam geht es weiter... (Teil 2)

Die Schaukäsen sind schon neu. Und nun gibt es auch hier die ersten Infos zu den kommenden Wochen. Mehr folgt.

Offene Kirche

Gottesdienst/Andacht

 

Hier gibt es weitere Informationen.

Bis Morgen!


 

Mittwoch, den 06.05.2020 - Tag 54

 

Ich will die Finsternis vor ihnen her zum Licht machen und das Höckerige zur Ebene.
Jes 42, 16

So lautet die Losung für den heutigen Mittwoch. Da würde ich doch mal sagen: Das sind Worte, die in dieser Zeit super passen. Denn ich denke schon, dass die vergangenen Corona-Wochen schon eine Spur Finsternis in sich hatten. Bei dem einen oder der anderen haben sich das Gemüt sicherlich verfinstert. Dunkle Wolken zogen über die innere Stimmung: Einsamkeit, berufliche und private Not, wie wird es mit den Kindern weitergehen – Familie und Beruf unter einen Hut bringen. Das waren schon dunkle Zeiten für manch einen.

Aber: Die Finsternis wird zum Licht werden. Das ist die Hoffnung, die mich in den letzten Wochen getragen hat – auch durch diesen Blog. Das heißt für mich auch, dass Gott mich durch die Finsternis begleitet und geleitet – die Frage ist für mich also nicht so sehr: Wie kann er das zulassen? Meine Frage ist eher: Wie ist er in dieser Finsternis an meiner Seite. Und da merke ich, dass es mir gutgetan hat, gut zu wissen und zu glauben war, dass er da ist. Ich konnte mich in all der Zeit an Gott wenden. Im Gebet, in der Stille in der Meditation. Beim Lesen der Erzählungen und Psalmen der Bibel. Und an vielen Stellen fand ich Trost, Hoffnung und Zuversicht.

Und so ist mir in aller Finsternis immer wieder ein Hoffnungslicht aufgegangen.
Und nun trete ich langsam in eine neue Realität ein und höre: ‚Gott wird die Finsternis vor mir her zum Licht machen und all das Höckerige wird zur Ebene werden.‘

Danach dürstet mich: Dass das Höckerige eben wird, dass das, was holpert im Alltag, wieder langsam ebener wird. Es dürstet mich nach Kontakt, nach Miteinander und Gemeinschaft, Gottesdienst und Singen. Manches kommt, anderes muss noch warten. Aber ich vertraue darauf: Das Finstere wird hell, das Höckerige wird eben! Es wird so sein. Ist versprochen! Sagt Gott.

Das tröstet mich heute und trägt meine Zuversicht weiter voran.
Noch einmal mehr, wenn ich den Lehrtext zur Losung lese:

Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes,
durch die uns besuchen wird das aufgehende Licht aus der Höhe,
auf dass es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes,
und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. (Lk 1, 78-79)

 

Darum bete ich zu Gott:

Gott, lass dein Licht aufstrahlen
In dieser Welt, ja,
aber auch in meinem Alltag.
Ich brauche dein Licht.
Ebne meine höckerigen Gedanken,
vertreibe meine finsteren Sorgen.
Sie und bleibe bei mir.
Heute, Morgen, immer.
Amen

 

Bis Morgen!


Dienstag, den 05.05.2020 - Tag 53

 

Langsam geht es weiter...

Erste Schritte auf dem Weg in eine (neue) Normalität. Ich lerne laufen. Seit Ende letzter Woche ist klar. Bald können wieder Gottesdienste gefeiert werden. Die genauen Bedingungen bilden sich langsam heraus…

1 Person pro 10qm – Mindestabstand – Hygieneregeln – Mund- und Nasenschutz – kaum bis kein Gemeindegesang …

Wir sind also am Planen und Organisieren, öffnen Kirchen für das stille Gebet.
(Diesen Sonntag auch St. Jürgen Ölper – 11:00 bis 12:30 Uhr)

Und je mehr die Planung einer ‚neuen‘ Normalität Raum greift, desto schwieriger finde ich es die Gedanken hier täglich zu fokussieren. Ich bitte daher jetzt schon um Entschuldigung, wenn Posts mal später kommen oder auch mal ein Tag leer bleibt. Ich versuche noch bis Sonntag, den 10. Mai täglich etwas zu posten.
Ab der kommenden Woche muss ich die Häufigkeit sicher verringern, wie? Das überlege ich mir noch. Ganz aufhören soll der Blog nicht, denn Zuversicht brauchen wir doch immer, jeden Tag, mit oder ohne Corona!

Heute mal etwas ganz Kurzes, Kleines und Biblisches. Den kürzesten Psalm der Bibel, Psalm 117 in der Übersetzung von Huub Oosterhuis:

Gesegnet du
allüberall auf Erden
O lieber Gott und Freund
der uns umfängt

der war und ist und kommt.

 

Bleibt gesund und gesegnet.
Bis Morgen!


Montag, den 04.05.2020 - Tag 52

 

Jubilate

Gestern war der Sonntag Jubilate und seitdem ich das 'Jubilate' von Joh. M. Michel mal mitgesungen habe, gehört das einfach dazu.
Hier mit ein wenige Lokalkolorit eine Aufnahme aus Braunschweig St. Aegidien. Viel Spaß!

 

 

Bis Morgen.


 

Sonntag, den 03.05.2020 - Tag 51

 

Wie wunderbar!

Zum Sonntag Jubilate gibt es einen interaktiven Psalm: Denn heute soll gejubelt werden.

 

 

Gesegneten Sonntag und:

Bis Morgen!


 

Samstag, den 02.05.2020 - Tag 50

 

Der Lichtweg

Lichtweg? Ja. So wird der Weg von Ostern bis Pfingsten genannt. Denn in dieser Zeit ist eine ganze Menge passiert. Was genau seht ihr im Video.

Viel Spaß.

 

 

Bis Morgen!


 

Freitag, den 01.05.2020 - Tag 49

 

Von der Arbeit

Heute, am Tag der Arbeit, erinnert mich ein Bibeltext aus dem Alten Testament daran, dass Arbeit nicht alles ist. Der Prediger, Kohelet schreibt im letzten Kapitel einen schönen kleinen Text:

 

Es bleibt noch übrig zu sagen: Der Prediger war ein Weiser und lehrte auch das Volk gute Lehre, und er hörte und forschte, er formte viele Sprüche.

Der Prediger suchte, dass er fände angenehme Worte und schriebe recht die Worte der Wahrheit.

Die Worte der Weisen sind wie Stacheln, und wie eingeschlagene Nägel sind die einzelnen Sprüche; sie sind von einem einzigen Hirten gegeben.

Und über sie hinaus, mein Sohn, lass dich warnen: Des vielen Büchermachens ist kein Ende, und viel Studieren macht den Leib müde.

Lasst uns am Ende die Summe von allem hören: Fürchte Gott und halte seine Gebote; denn das gilt für alle Menschen.

Denn Gott wird alle Werke vor Gericht bringen, alles, was verborgen ist, es sei gut oder böse.

 

Und im dritten Kapitel endet das Gedicht über die Zeit mit den Worten:

"Ein Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut bei allen seinen Mühen, das ist eine Gabe Gottes."

 

In diesem Sinne wünsche ich euch allen guten ersten Mai!

Der Mai ist gekommen!

 

 

Bis Morgen!


 

Donnerstag, den 30.04.2020 - Tag 48

 

Tanz in den Mai

Ich will heute Tanzen. Auf der Straße, im Zelt und auf Plätzen.
Ich will tanzen. In den Mai und aus dem April.
Tanzen in die Sonne und durch den Regen.
Durch die Trübsal in den Frohsinn.


Ich lass die dunklen Wintersorgen
hinter mir und geh voran.
Mit Blick ganz fest in Richtung Frühjahr,
umgürtet mich sein blaues Band.

Der Duft nach frisch gemähter Wiese,
nach Morgentau und Flieder,
weht durch die Luft auf weichen, weißen Schirmchen.
Und Pollen kitzeln meine Nase.

Ach dieser Tanz des Lebens,
der klingend in die Nase zieht
und sich fortsetzt bis zum Knie,
das Rhythmus wippt und losgeh’n will.

Mein Tanz, er lag so lange schon,
im Grau der Tage tief verborgen.
Fiel mit dem letzten Blatt auf kühle Erde.
Nun steht er wieder, klingt in voller Pracht.

Und über allem steht: Es ist vollbracht.
Er hat das Leben wiederg’bracht.
So tanze nun und lebe, schwinge, summe.
Reich die Hand dem Frühling der dich führt.


Ich will heute Tanzen. Auf der Straße, im Zelt und auf Plätzen.
Ich will tanzen. In den Mai und aus dem April.
Tanzen in die Sonne und durch den Regen.
Durch die Trübsal in den Frohsinn.

Und tanzen werde ich – wenn auch nur allein oder zu zweit, in der Küche!

Adieu April!

Bis Morgen.


 

Mittwoch, den 29.04.2020 - Tag 47

 

Unzustellbar

Heute gibt es mal wieder ein Video - Eine Meditation von Huub Oosterhuis zu Psalm 13.

 

 

Bis Morgen!


 

Dienstag, den 28.04.2020 - Tag 46

 

Löwenzahn

Löwenzahn war für mich immer dieser sympathische ältere Herr aus dem Bauwagen. Er hat mir die Welt erklärt und es gab jedes Mal was zum Lachen. Dann hatte ich das erste Mal einen Garten.

Da wurde Löwenzahn zu einem eher unliebsamen Begleiter. Zuerst gelb dann weiß und wehend und dann wurde er immer mehr. Zwischenzeitlich war die grüne Wiese eben nicht mehr grün sondern fast ausschließlich gelb. Und einmal darüber gegangen galt das auch für Schuhe.
Beim Stöbern in Büchern bin ich heute – ich sitze wieder im Garten und sehe regelmäßig Pusteblumen wegwehen oder von Fiete verputzt werden (er steht darauf) – auf eine Löwenzahngeschichte gestoßen:

 

Eine Frau beschloss, einen Garten anzulegen. Sie bereitete den Boden vor und streute Samen wunderschöner Blumen aus. Als die Saat aufging, wuchs auch der Löwenzahn. Die Frau versuchte mit allen möglichen Methoden, den Löwenzahn auszurotten, aber nichts half. Am Ende machte sie sich auf, um in der fernen Hauptstadt den Hofgärtner des Königs zu befragen.
Der weise alte Gärtner, der schon manchen Park angelegt hatte, gab ihr viele Ratschläge, wie der Löwenzahn loszuwerden sei. Aber was er auch vorschlug, die Frau hatte alles schon probiert.
So saßen die beiden ratlos da, bis am Ende der Gärtner die Frau anschaute und sagte: „Wenn denn alles, was ich dir vorgeschlagen habe, nichts genützt hat, dann gibt es nur einen Ausweg: Lerne den Löwenzahn zu lieben.“

 

Lerne lieben, was du nicht vertreiben kannst. Das fällt mir schwer, aber wenn ich dem alten Gärtner Glauben schenken darf, ist das die einzige Möglichkeit. Auch wenn ich nicht richtig weiß ob und wieso und wann ich anfangen kann ‚Corona‘ zu lieben. Ich fange an es zu akzeptieren. Zu akzeptieren, dass es vieles gibt, was ich nicht verstehe, dass unsere Entscheidungen immer vorläufig sind, dass zwischen richtig und falsch ein ganzes Universum an Möglichkeiten liegt. Und ich lerne, dass es zur Zeit nicht darum geht den Löwenzahn samt Wurzeln auszureißen, sondern darum, dass die Pusteblumenfallschirmchen möglichst nicht oder nur sehr wenig starten. Und schon das schwer genug.

Wenn es dann erst einmal eine Impfung, Behandlungen, was auch immer gibt, kann ich ja wieder aufhören mit dem Akzeptieren.
Bis dahin schenke Gott mir Geduld und Zuversicht.

Bis Morgen.


 

Montag, den 27.04.2020 - Tag 45

 

Zeit haben und Zeit nehmen

Eine neue Woche geht los und auch in dieser Woche begleite ich euch mit meinem Blog durch die Corona-Zeit. Am Wochenende hatte ich keine Zeit. Jedenfalls hatte ich keine Zeit bei facebook und Co. Auf den Blog zu verweisen. Oder anders: Ich habe mir die Zeit bewusst nicht genommen. Ich brauchte mal Zeit für andere Dinge.

Das merke ich in diesen Tagen sehr deutlich: Es gibt Sachen, für die ich mir gerne Zeit nehmen und es gibt anderes, da lasse ich das. Ich habe mir am Samstag gerne Zeit genommen Karten zu schreiben. Für jeden Konfirmanden und jede Konfirmandin eine – so wie schon die Woche zuvor. Und dann habe ich mich aufs Rad gesetzt und habe ‚Postbote‘ gespielt. Denn – so wie auch eine Woche zuvor – es wäre ein Konfirmationstag gewesen! Ich hatte das Gefühl, dass die Zeit gut genutzt war.

Auch die Telefonate Ende der letzten Woche. Bei älteren Menschen anrufen, fragen, wie es geht. Zuhören und hier und da sogar einen Tipp geben können. Das war gute Zeit.
Und dann, am Sonntag eine kleine Wanderung durch den Wald. Fiete war ganz begeistert und am Ende irgendwie ziemlich kaputt. Das tat sehr gut. Und es hat mir gezeigt: Ich muss mir Zeit nehmen. Meine ‚To-Do‘ Listen sind kaum kürzer als vor Corona. Und der der Blog, der mir ans Herz gewachsen ist, kostet schon auch Zeit.

Aber ich muss mir auch Zeit nehmen für anderes. Nur Kita-Notbetreuungsorganisation, nur Krisenmanagmement würde zeitlich zwar ausreichen, das habe ich letzte Woche gemerkt, tut mir aber nicht gut.

Stattdessen nehme ich mir Zeit für schöne kleine Corona-Traditionen: Mittwochs #braunschweigkocht! – Das macht unglaublich Spaß und schmeckt sehr klasse. Nachmittags eine große Hunderunde und Vormittags das ‚Lauftraining‘ (wobei es vielleicht noch nicht danach aussieht) mit dem Ziel bald einmal um den Ölper See joggen zu können.
Und heute: Blog im Garten schreiben! Ich sitze gerade in der Sonne, genieße das Zwitschern der Vögel, beobachte Fiete der seine Knabberstange nagt und Schmetterlinge jagt. Und halte ihn davon ab kleine, trockene Zweige wegknuspern (wieso sind die spannender als seine getrocknete Rinderkopfhaut?).

Vielleicht schaffe ich es ja mir diese Woche jeden Tag so ein kleines Zeit-Highlight zu nehmen. Etwas wofür ich Zeit habe, weil ich sie mir einfach nehme. Und manche Traditionen dieser Tage könnten dann ja bleiben und anderes aus dem Alltag vertreiben, was eh nicht so toll war. Mal schauen.

Was sind denn eure täglichen Zeit-Highlights? Ihr habt keine? Dann wird es Zeit!

Bis Morgen.


 

Sonntag, den 25.04.2020 - Tag 44
Hirtensonntag (Misericordias Domini = Barmherzigkeit Gottes)

 

Von Schafen und Hirten

Heute gibt es eine kleine Sofa-Andacht aus dem Arbeitszimmer.

 

 

Bis Morgen.


 

Samstag, den 25.04.2020 - Tag 43

 

Käfer und Steinschlangen

Wenn ihr in diesen Tagen über das Ölper Weh spaziert oder radelt könnte es sein, dass euch auf der anderen Seite etwas Buntes ins Auge fällt. An der Weggabelung hinter dem Wehr liegen bunte Steine. Eine bunte Steinschlange.
So eine Steinschlange liegt auch in der Feldmark im Kanzlerfeld und dort ist sie Enna auch aufgefallen. Anwohner haben sie angefangen zu legen und seitdem wächst sie.

Kurzer Hand haben Enna und ihre Eltern, Nanni und Markus, diese Idee aufgegriffen: „Das geht doch auch in Ölper!“ Gesagt getan. Also haben sie fleißig gemalt und eine Anleitung geschrieben und nun wartet die Steinschlange dort an der Weggabelung zwischen Ölper Wehr und Ölper See.
Und: Sie möchte so gerne wachsen!

 

Also eure Aufgabe, liebe Kinder, liebe Eltern, liebe alle:

Sucht euch einen Stein, malt den Stein bunt an, denn Hoffnung und Zuversicht sind immer bunt und niemals grau! Legt euren fröhlichen stein dazu.

Gestaltet kleine bunte Steinkäfer oder Bienen oder Steinblumen. Bunte Linien und Kreise – alles ist erlaubt.

Lasst eurer Phantasie freien Lauf und helft unserer Ölper-Steinschlange dabei, zu wachsen! Es wäre doch wirklich schön, wenn wir Menschen eine kleine farbenfrohe Freude machen könnten!

 

Viel Spaß dabei und wie immer:
Bis Morgen!


 

Freitag, den 24.04.2020 - Tag 42

 

#NetzstreikfürsKlima

 

Am heutigen Tag des globalen Klimastreiks poste ich gerne das #Mutwort aus Brausnchweig, das heute von Mitgliedern der fff-Gruppe Braunschweig gesprochen wurde!

Auch wenn Corona zur Zeit das bestimmende Thema ist: Die Gefahren des Klimawandels bleiben bestehen. Wir leben auf mehr als einer Baustelle in diesen Tagen, Wochen und Monaten. Hört euch an, was den jugendlichen da Mut macht!

 

 

 

 

Bis Morgen!


 

Donnerstag, den 23.04.2020 - Tag 41

 

Der kleine Fiesling

Manche Menschen sind groß. Andere sind dick. Wieder andere sind ganz schmächtig. Der von dem ich euch erzählen will, der war klein, ziemlich klein. Also schon größer als eine Murmel, aber eben auch nicht viel größer als ein großer Hund.
Er zählte schon immer zu den Kleinen. Zu denen die leicht übersehen werde. Beim Sport. Mannschaften wählen. Da stand er noch zuletzt da – wie unsichtbar. Zu Klein um an die Bälle zu kommen, zu klein um schnell davonzulaufen. Zu klein… für alles. Er war so klein, dass viele ihn einfach ignorierten. „Seh‘ ich nicht. Kenn ich nicht. Is‘ mir egal.“

Nun können sich große Menschen ducken, dicke den Bauch einziehen. Kleine Menschen, können nicht viel machen. Sie bleiben klein. Bleiben übersehbar. Unser kleiner Mann hatte aber eine Idee. Es war keine besonders gute Idee. Es war auch keine nette Idee. Es war einfach eine Idee, wie Menschen sie manchmal haben. Er nahm sich gerne Dinge, die ihm gar nicht gehörten. Und wenn er erwischt wurde, dann leugnete er, wand sich heraus wie eine Schlange. Insgeheim grinste er bis über beide Ohren, denn so nahmen die Leute immerhin Notiz von ihm. Sie übersahen ihn nicht mehr.

Und so lebte der kleine Mann seine seltsame Angewohnheit, die ihn sichtbar machte, immer weiter aus. Beliebt war er dadurch sicher nicht. Das könnt ihr euch vorstellen. Aber er wurde gesehen.
Nur wurde er nicht gerne gesehen. Wenn Besuch kam, dann stellten sich alle in den Weg. Versperrten ihm die Sicht. Wenn etwas Großes anstand, dann war er nicht eingeladen.
So ging es viele Jahre. Und die Gegensätze verfestigten sich. Es war als liefe ein tiefer Graben zwischen ihm und den anderen. So tief und so böse. Er zahlte einen hohen Preis dafür, dass die anderen ihn sahen. Und alle anderen zahlten einen Preis dafür, dass sie ihn sonst nicht sahen.

Doch eines Tages, es muss ein Donnerstag gewesen sein, einfach weil auch heute Donnerstag ist und Donnerstage schöne Tage sind. Da kam wieder Besuch. Und alle stellten sich in den Weg.  Und der kleine Mann wurde wütend und es reichte ihm. Also kletterte er leise und grinsend auf einen Baum, dessen morsche Zweige gerade so fest waren, dass sie ihn noch tragen konnten. Und dessen Rinde gerade nur so moosig war, dass es ihn polsterte, aber er nicht abrutschte. Und dessen kleine, krumme, knochige Krone gerade so groß war ihn ein wenig zu verbergen. Und der gerade einmal so groß war, dass er eine Maulwurflänge über den anderen Stand. Hier blieb er.

Eigentlich wäre die Geschichte hier aus. Wenn, ja, wenn der Besucher ihn nicht entdeckt hätte. Ob es ein knackender Zweig oder ein kleiner Nieser war, das wusste am Ende niemand. Der Besucher schaute nur hoch und obwohl er ihn nicht kannte, von seinen fiesen Tricks nie etwas gehört hatte, sah er ihn. Und es freute ihn so sehr, dass sich da jemand so viel Mühe machte nur wegen ihm, dass er laut lachte, in die Hände klatschte und rief: „He, du! Dich will ich gern besuchen!“

Das Entsetzen der Menschen war groß: „Was, bei diesem kleinen Fiesling?“ So raunte es durch die Menge oder auch: „Unglaublich, was für ein Heuchler!“ Aus der hellen Freude über den Besucher wurde dunkle Argwohn. Nur in der kleinen Hütte des kleinen Mannes wurde es hell. Da roch es nach gutem Essen. Geschirr klapperte, Gläser klirrten aneinander. Lachen. Innen drin in der Hütte wurde es ganz hell und warm.
Und draußen, vor der Hütte, da wurde es ganz kühl und dunkel. Mürrische Miesepeter beäugten die kleine Hütte und schüttelten den Kopf.

Und in der Hütte fragte der Besucher den kleinen Mann: „Sag mal, die mögen dich wohl nicht?“ Da wurde der kleine Mann traurig und öffnete einen großen Schrank. Die Türen knarrten und es polterte Kleinkram zu Boden. Altes Spielzeug, Gartengeräte und Zuckerdosen, Eierschachteln und Taschentücher, Souvenirs und andenken, Geldscheine und Münze, Sparschweine und vieles mehr rumpelte durch den Schrank.
Und der kleine Mann hatte eine Träne im Augenwinkel. „Ach weh. All das gehört ja denen! Und ich hab es ihnen weggenommen. Weil sie mich immer übersehen haben. Geärgert haben sie mich. Also habe ich sie geärgert und gemogelt und betrogen. So mussten sie mich ja sehen. Doch das will ich nicht mehr!“

Und der kleine Mann riss die Fenster auf und das Licht flutete heraus, umspielte die harten Gesichter, zupfte an Mundwinkeln. „Hier“, rief er. „All das soll wieder euch gehören. Und was ich euch sonst geben kann, nehmt es. Nehmt alles hin! Es tut mir leid. Ich war ein Fiesling!“

Und das Licht wanderte von einem zum anderen kroch unter ihre Mützen und in ihr Lachen. Schlich sich in die Herzen und erhellte auf dem Weg dorthin ihre düsteren Blicke. Und der Besucher freute sich und klatschte und lachte. Es hätte ein wunderbares Happy End werden können.
Wenn nicht einige düstere Gestalten vor dem Licht geflohen wären.  Und auch wenn das alles schon lange her ist: Diese dunklen Miesepeter, die auch das sonnigste Happy End grau anmalen wollen, die dir einreden, wie blöd und doof und unfair alles ist. Die laufen immer noch herum. Darum nimm dich Acht: Sie versuchen dich klein zu machen, dir den Blick zu versperren. Aber mit Licht und Lachen und heiterer Ehrlichkeit vertreibst du manche dunkeln Schattengestalten. Und so liegt es nun auch an dir, ob es ein Happy End gibt!

(Frei nach Lukasevangelium Kap. 19 Verse 1-10)

 

Jesus sagt: „Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt wird nicht wandeln in der Finsternis. Sondern der wird das Licht des Lebens haben.“ (Johannesevangelium Kap. 8 Vers 12)

Bis Morgen.


 

Mittwoch, den 22.04.20 - Tag 40

 

Ein Osterlied

Wir sind ja noch mittendrin in der fröhlichen Osterzeit. Darum gibt es heute mal ein Video von einem Osterlied nach eine text von Jörg Zink: Wir stehen im Morgen.
Viel Spaß.

 

 

Bis Morgen


 

Dienstag, den 21.04.2020 - Tag 39

 

Die Osterkerze in St. Jürgen Ölper

Letzte Woche war schon die Osterkerze der Kreuzkirche an der Reihe und wie versprochen folgt nun heute die aus St. Jürgen. Angezündet wurde sie Morgens um kurz nach 6 Uhr. Das ist die Zeit, wenn wir in St. Jürgen in ‚normalen‘ Jahren Ostergottesdienst feiern. So früh?
Ja tatsächlich, so früh. Denn wie es im Evangelium für den Ostersonntag heißt: „Früh am dritten Tag, als die Sonne aufging“. Also früh morgens machten sich die Frauen auf den Weg zum Grab. Bei Sonnenaufgang. Wir interpretieren das bei uns immer so auf 6 Uhr, wobei wir natürlich wissen, dass die Sonne dann meist schon aufgegangen ist.

Eigentlich brennt vor der Kirche ab ca. 5.30 Uhr ein kleines Osterfeuer in einem Feuerkorb. Darum versammeln wir uns und hören Erzählungen aus dem Alten Testament. Von der Schöpfung der Welt, der Rettung aus der Gefangenschaft und mehr. Erzählungen von Gottes Geschichte mit den Menschen. Erzählungen von Heil und Segen. Am Ende der Lesungen entzünden wir am Feuer die Osterkerze und ziehen in die dunkle Kirche.
Dort stehen schon kleine Osterkerzen für alle bereit. Im Schein der Kerze wird das Osterevangelium gelesen und das Feuer verteilt. Dann singen wir: „Christ ist erstanden.“

In diesem Jahr war alles ein wenig anders, wie das Video vom Ostermorgen zeigt. Die Kerze wurde aber entzündet, das Evangelium gelesen. Dabei ist die Kerze in St. Jürgen nicht ganz so traditionell gestaltet wie die in der Kreuzkirche.
Auch hier finden sich A und Ω, dazu die Jahreszahl. Das Jahr 2020 aus Gottes Hand, der selbst Anfang und Ende ist. Ein Jahr aus seiner Ewigkeit.

Zentral ist dann in rot und Gold das Kreuz. Es verbindet uns Menschen mit Gott. Dafür steht der Längsbalken. Himmel und Erde, oben und unten stehen in Verbindung. Oben, das ist Gott, symbolisiert durch A und Ω. Und unten, da sind die Menschen. Zentral auf einer roten Wachsplatte wird das Taufwasser dargestellt. In der Taufe sagt Gott „Ja“ zu uns Menschen, er verbindet sich mit uns.

Auch die Taube darüber steht dafür. Sie ist das Zeichen für den Heiligen Geist, den Gott uns Menschen schickt. Diese Geistkraft verbindet uns mit Gott und untereinander. Sie ist die Lebenskraft Gottes, Atem Gottes sagen manche auch. Wo der Geist weht, entsteht etwas: Freundschaft, Gemeinschaft, Begeisterung. Und so sind wir als Christinnen und Christen durch die Geistkraft Gottes und die Taufe zu einer Gemeinschaft verbunden.

Der Fisch unten ist ein Zeichen dieser Gemeinschaft. Der Fisch war schon im ganz frühen Christentum das Erkennungszeichen der Christen. Der Grund ist einigermaßen simpel:
Der Fisch heißt auf Griechisch „ichtys“. Und wenn man nun die einzelnen Buchstaben nimmt, ergeben sich die Anfangsbuchstaben des ersten christlichen Bekenntnisses: Jesus (i) Christus (ch) Gottes (t) Sohn (y) Retter (s) (iesous christos theos yios soter). – Naja, vielleicht etwas komplizierter, aber wir sprechen heute eben kein Altgriechisch mehr. wink

Die Kerze symbolisiert also zum einen die lebendige Gemeinschaft mit Gott und untereinander und ist auf der anderen Seite das Bekenntnis zum lebendigen Christus.
Ich hoffe sie wird bald wieder regelmäßig und ganz lebendig brennen und uns untereinander und mit Gott verbinden, an einem Ort! Ich freue mich darauf.

Bis Morgen!


 

Montag, den 20.04.2020 - Tag 38

 

Nächstenliebe

Diese kleine Mini-Erzählung habe ich vor Jahren einmal bekommen. Leider kenne ich den Autoren nicht. Gerade in diesen Zeiten, im Frühling, kommt sie mir jedes Jahr in den Sinn. Was kann ich eigentlich im Geist der Nächstenliebe tun?

 

Unter einer Brücke sitzt ein Bettler.
Vor ihm steht ein kleiner Pappkarton. Daneben ein einfaches Pappschild
mit der Aufschrift: „Blind“

Wieder geht jemand vorbei. Aber auch dieser Passant – wie einige vor ihm –
legt nichts in den Karton.
Der Bettler ruft hinter ihm her.: „Warum geben Sie mir nichts?“
Der Passant bleibt stehen, dreht sich um und antwortet: „Ich bin ein armer Schriftsteller.
Aber ich will eines tun. Ich schreibe Ihnen ein neues Schild.“

Kaum ist dies geschehen, kommen weitere Passanten.
Fast alle werfen Münzen in den Karton.
Der Bettler wundert sich über diese Veränderung.
Er fragt einen Vorbeigehenden: „Was steht auf der Pappe?“
Der stockt einen Moment.
Dann sagt er: „Das müssen Sie doch wissen!
Da steht: Es wird Frühling und ich werde ihn nicht sehen.“

 

Bis Morgen!


 

Sonntag, den 19.04.2020 - Tag 37
(Sonntag Quasimodo Geniti = wie neugeboren)

 

Wie ein Adler

Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, d
ass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden. (Jes 40, 31)

Ich sehe den stolzen Vogel vor mir sitzen. Seine wachen Augen wandern, begutachten das Gelände. Jede noch so kleine Regung nehmen sie wahr. Er sitzt dort in völliger Ruhe. Unbehelligt von all dem Getöse und Gebrumme. Die Autos stören ihn scheinbar nicht. Der Verkehr zieht vorbei und er fühlt sich völlig unbeeindruckt.
Man könnte fast meinen es sei ihm alles egal. Doch dann – ein Wimpernschalg später – weiten sich seine Flügel. Beeindruckende Spannweite. Und plötzlich steigt er empor, steigt hoch in die Lüfte und zieht seine Kreise.

Ein herrliches Bild, für das ich mir viel zu selten Zeit nehmen. Aber schon in den Zeiten des Propheten Jesajas war das Bild des Vogels, des Adler, der sich in Lüfte schwingt ein Symbol der Kraft. Stärke vereint mit Eleganz. Und wenn ich Bilder im Fernsehen sehe von Greifvögeln, die über dem Grand Canyon kreisen oder über der Weite Kanadas, erschließt sich mir diese Symbolik.
Oder Zugvögel: Sie legen unglaubliche Strecken zurück, gleiten in aller Ruhe durch die Luft und können doch im nächsten Augenblick blitzschnell regieren. Ebenso wie der Greifvogel am Rand der Autobahn, der sich emporschwingt, um zu jagen, zu fliegen, Freiheit zu erleben.

Ich sehne mich in diesen Tagen nach dieser Freiheit. Mich aufschwingen, meine Eltern besuchen, Freunde treffen, die Sonne in einem Café genießen. Biergarten, Cocktail auf dem Soldekk, Cappuccino  auf dem Kohlmarkt, ein Eisbecher am Schwarzen Berg. Wie wäre das schön. Die Flügel spannen und losfliegen, dahingleiten. Ohne Beschränkungen und ohne Sorge.

Ich brauche aber Geduld. Es ist noch nicht so weit. Noch muss ich dasitzen, in aller Ruhe und Vorfreude. Aus-harren.
Und Gott wartet geduldig mit. In allen Wüstenzeiten und Wartezimmern, Wohnzimmern, Gärten. In kleinen Mietwohnungen, wenn mir die Decke auf den Kopf fällt, ist er da. Bei mir. Ich kann mit ihm reden, streiten, weinen und: mich trösten lassen.

Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler,
dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.

Mit diesen Worten endet der Predigttext für den heutigen Sonntag. Und ich stelle mir vor, wie alle Geduld belohnt wird. Alle Vorsicht der letzten Wochen und der kommenden Wochen. Wie alles Harren ein Ende hat und ich mich aufschwinge auf Flügeln, wie ein Adler, dass ich laufe und nicht matt werde, dass ich wandle und singe und tanze, weil es wieder losgeht das Leben. Weil es nie aufgehört, sondern nur geruht hat.

Der Tanz des Lebens geht weiter, immer weiter, durch alle Wüstenzeiten, durch alle Tode. Jesus, unser ‚Lord oft he dance‘!
Ich wünsche euch einen fröhlichen, sonnigen, tanzenden Sonntag mit den Dubliners:

 


 

 

I danced in the morning when the world was young
I danced in the moon and the stars and the sun
I came down from Heaven and I danced on Earth
At Bethlehem I had my birth

 

Dance, dance wherever you may be
I am The Lord Of The Dance, said He
And I'll lead you all, wherever you may be
And I'll lead you all in the dance, said He

Freie Übersetzung:
Ich tanzte an dem Morgen, die Welt war noch jung,
ich tanzte auf dem Mond, den Sternen und der Sonne,
ich kam vom Himmel und tanzte auf der Erde,
In Bethlehem kam ich zur Welt.


„Tanz! Tanz, wo immer du auch bist.
Ich bin der Herr des Tanzes“, sagte er.
„Und ich leite euch alle, wo immer ihr auch seid,
ich leite euch alle in den Tanz“, sagte er.

 

Bis Morgen!


 

Samstag, den 18.04.2020 - Tag 36

 

Summ, summ, summ...

Aus aktuellem Anlass gibt es heute etwas - nicht nur - für Kinder. Ich bin in diesem Jahr mal wieder auf eine ganz schlappe Hummel gestoßen. Sie saß unten im Pfarrhaus, kroch ganz erschöpft in der Fensterbank herum. Also los, "Hummel retten". Hummeln, wie auch Bienen sind unglaublich wichtige Insekten. Ohne diese Tiere findet keine Bestäubung statt. Was das heißt: Es gibt kaum noch Obst, keine Beeren oder Blumen. Das sähe nicht nur traurig aus, es wäre für uns auch lebensbedrohlich. Gibt es keine Insekten, gibt es auch uns nicht mehr lange. Also ist es wichtig Hummel zu retten und für Insekten etwas zu tun. Fragt mal eure Eltern - oder Eltern fragt mal eure Kinder, ob sie euch helfen da was zu tun. Ich habe hier ein paar Dinge, die ich im Netz gefunden habe.

Der kleine Comic 'Hummeln helfen' ist von Michael Tewiele.

Hier gibt es auch eine Hummel-Hotel Bauanleitung vom Nabu.

Weitere tolle Ideen für Insektenhotels findet ihr auch beim Nabu. Einfach hier klicken.

Geht doch mal unter die (Insekten-)Hoteliers! wink

 

Eine Handvoll Erde

1. Mit der Erde kannst du spielen, spielen wie der Wind im Sand - und du baust in deinen Träumen dir ein buntes Träumeland. Mit der Erde kannst du bauen, bauen dir ein schönes Haus, doch du solltest nie vergessen: einmal ziehst du wieder aus.
Ref.:
Eine Handvoll Erde schau Sie dir an - Gott sprach einst: Es werde! Denke daran.
Eine Handvoll Erde schau Sie dir an - Gott sprach einst: Es werde! Denke daran.
2. Auf der Erde kannst du stehen - stehen, weil der Grund dich hält und so bietet dir die Erde einen Standpunkt in der Welt. In die Erde kannst du pflanzen - pflanzen einen Hoffnungsbaum, und er schenkt dir viele Jahre einem bunten Blütentraum.
(Refrain)
3. Auf der Erde darfst du leben - leben ganz und jetzt und hier und du kannst das Leben lieben, denn der Schöpfer schenkt es dir. Unsere Erde zu bewahren - zu bewahren, das, was lebt, hat Gott dir und mir geboten, weil er seine Erde liebt.
(Refrain)
Text: R. Bäcker - Musik: D. Jöcker

 

Und hier noch etwas schönes. Auch wenn Ostern selbst vorbei ist: Stups, den kleinen Osterhasen kann man auch jetzt noch gut hören.

 

 

Bis Morgen!


 

Freitag, den 17.04.2020 - Tag 35

 

Und dann war da noch…

Ja, dann war da noch die Bitte mit den Mundschutzen. Vor Ostern haben wir in LÖW+ eine Rundmail geschrieben, die viele Menschen erreicht hat. Vorangegangen waren Gespräche mit den Pflegeheimen, was wir tun könnten, was benötigt wird. Was klar war: Besuche gehen leider nicht. Aber es fehlt den Mitarbeitern teilweise an dem nötigsten Schutzmaterial. Auch um den ‚normalen‘ Alltag gut zu meistern, wären Mundschutze gut.
Und tatsächlich: Es wurde genäht! Und am Ostersonntag Vormittag - als kleiner Ostergruß - konnte ich den Pflegeheimen eine schöne Tüte voll genähter und gewaschener Mundschutze übergeben. Geklingelt, gewartet und abgegeben. Zu den Mundschutzen waren in jeder Tüte auch Ostergrüße für die Bewohner. So konnten wir eine kleine Osterfreude machen, hoffe ich!
Danke allen, die das möglich gemacht haben.


Ja, und dann waren da ja noch die Jugendlichen. Teamerinnen und Teamer, Konfirmandinnen und Konfirmanden. Es ist echt traurig, dass zur Zeit auch diese wunderbare Arbeit mit den Jugendlichen ruht … obwohl, so ganz stimmt das ja nicht! Wenn ihr mal auf loew-jugend.de schaut, dann werdet ihr sehen: Da gibt es was. Die Teamer bloggen und sind superkreativ in Sachen Jugendandachten unterwegs. – Auch was das Sammeln von Unterschriften angeht haben die sich was einfallen lassen! Zu den digitalen Andachten gibt es hier eine kleine Einführung, wie das funktioniert. ( ⇒ OnePager / Anleitung )
Wir bzw. die Jugendlichen selbst versuchen in Sachen Jugendarbeit kreativ weiterzuarbeiten! Danke dafür. Übrigens kombinieren wir Jugendarbeit und Mundschutz auch: Denn auch Greta und Laura haben fleißig genäht, so dass wir Masken verteilen konnten! Klasse, oder?!


Ja, und dann war die Konfirmation. Gerade an diesem Wochenende und an den kommenden sind die im Blick. Denn am Sonntag wäre Konfirmation in Ölper gewesen, nächste Woche in Kreuz. Es tut mir und uns im Team sehr leid, dass das nun verschoben werden musste. Aber wir denken an euch und eure Familien und hoffen, dass wir euch bald neue Informationen geben können, wie es in Sachen Konfirmationstermin weitergeht. Bis dahin könnt ihr euch in den kommenden Tagen vielleicht über ein bisschen Post und Grüße freuen – lasst euch überraschen.


Das war mein kleines Sammelsurium für heute! Danke euch allen für Mails und Anrufe. Danke für euer vielfältiges Feedback zu meinem Blog. Auch wenn ich es nicht immer schaffe zu antworten – oder es länger dauert! Ich freue mich über euer Feedback. Wenn ihr Wünsche habt, wozu ich mal was sagen/schreiben könnte, dann sagt gerne Bescheid!

Viel Segen für euch alle!

Bis Morgen!


 

Donnerstag, den 16.04.2020 - Tag 34

 

Es ist schon ein Kreuz

Über Geschmack kann man ja bekanntlich nicht streiten und eben darüber lässt sich vortrefflich streiten. Ich bekomme seit Jahren regelmäßig eine Zeitschrift, das Deutsche Pfarrerblatt. Die gibt es als ‚Mitgliedszeitung‘ im Pfarrerverein (ja, sowas gibt es). Nun frage ich mich regelmäßig mal, warum? Eigentlich frage ich mich auch nicht viel mehr. Warum bekomme ich die? Sind Bäume im Wald nicht sinnvoller aufgehoben? Obwohl die Seiten wahrscheinlich sogar aus recyceltem Papier sind, egal.
Wenn mal wieder ein Pfarrerblatt erscheint, läuft das meist so: Briefkasten öffnen. Zeitschrift nehmen. „Ah.“ (Blick auf den Titel und Themen)… zur Seite legen, müsste ich ja mal reinschauen… drei Wochen später entsorgen. Ja, ich gebe zu. Ich lese da sehr, sehr selten drin und wenn doch, dann meist so, dass ich für die kommende Zeit weiß, warum ich so selten darin lese.

Nun bin ich in dieser Ausgabe (04/2020) aber – und facebook brachte mich erst darauf – auf einen furchtbar schlechten Comic gestoßen, der dort gedruckt zu finden ist (siehe Bild).
Ja, der ist jetzt nicht schön zu reden und ich schäme mich fast fremd. Aber und dieser ABER ist wichtig. Er erinnert mich an manches Gespräch in den letzten Tagen und Wochen und Monaten – schon vor Corona.
Gespräche um Leid und Kreuz. Wie nötig oder unnötig das Leiden denn sei und wie Gott Jesus denn ins Leiden schicken konnte…
Diese Gespräche waren oft deutlich besser als der Comic. Und darum mal ein wenig Theologie und der Versuch an einer kleinen Antwort.

Gott will das Leiden nicht. Er schafft weder ein Virus, dass uns zeigt, was wirklich wichtig ist. Und auch keine Hungerkatastrophe, um zu zeigen, dass da Menschen sind, die nichts zu essen haben. Gott bestraft dich nicht und mich auch nicht und die Menschen im Ganzen schon mal gleich gar nicht. Gerade das hat Martin Luther in der Reformation den Menschen erklärt. Gott ist kein Strafender Gott, vor dem du dich gerecht verhalten musst oder Gutes tun musst.
Er schaut dich liebevoll an. Leidest du, dann leidet er mit. Wenn dir das Wasser bis zum Hals steht, dann steht er neben dir – oder unter dir und hält dich noch über Wasser. Und Gott leidet an dem, was wir Menschen in dieser Welt und mit dieser Welt anstellen. Er sieht es und er spürt den Schmerz der Erde, der Menschen. Denn er weiß, wie sich das anfühlt.

Er weiß es, weil er es erlebt hat. Das Kreuz Jesu war kein Opfer. Gott hat Jesus nicht geopfert! Wenn überhaupt könnte ich sagen, dass Jesus freiwillig all das auf sich genommen hat – aus Liebe. Weil er wusste, dass wir Menschen all das, was er erlitten hat, auch erleben müssen. Damit wir einen Gott haben, der uns in alldem begleiten, beistehen, trösten, helfen kann. Darum ist Jesus diesen Weg gegangen. Sein Ruf nach Gott am Kreuz zeigt: Er, Gott selbst, ist sogar den Weg in die äußerste Gottesferne gegangen, damit wir auch da nicht alleine durchmüssen.

Es war ein Akt der Liebe, der Hingabe, so wie das täglich im Großen und Kleinen geschieht. Und gerade, weil Jesus diesen Weg aus freien Stücken gegangen ist – nicht geopfert wurde, hat er damit alle Opfer ein für allemal beendet. Er hat sich selbst zum absoluten Sündenbock gemacht und uns gezeigt wie barbarisch das ist. Gott will keine Opfer! Er will keine Bestrafung. Er will kein Leid.

Leider ist das Leben in dieser Welt aber nicht Leid-frei. Schmerz und Tod und Not gibt es. Und weil es das alles gibt, ist es gut einen Gott zu haben, der mir dabei beistehen kann, weil es ihm nicht fremd ist. So einen Gott brauche ich.

Kirche unter dem Kreuz – Der Comic ist so doof, weil er eben nicht zeigt, dass eine Kirche unter dem Kreuz eine ist, die nur vom Leben singen und sagen kann. Die fröhlich, österlich ist, in der das Kreuz viel mehr ist als Sündenvergebung. Es ist Hoffnung und Leben und Zuversicht.

So jedenfalls glaube ich das. Oder frei nach Luther: Und ich kann nicht anders!

Bis Morgen!


 

Mittwoch, den 15.04.2020 - Tag 33

 

Gedanken zur Osterkerze – Kreuzkirche Alt-Lehndorf

Da es euch zur Zeit ja noch nicht wieder möglich ist, die Kirchen zu betreten, werde ich euch heute und in den kommenden Tagen ein bisschen was zu den neuen Osterkerzen erzählen.

In den letzten Jahren wurde ich häufiger zu Beginn eines Jahres gefragt, ob wir die neue Kerze vergessen hätten. Schließlich sei ja schon Februar und die Kerze hätte noch die Jahreszahl des Vorjahres. Tja, so ist das mit den Traditionen: Manche erschließen sich nicht einfach so. Aber Osterkerzen werden eben immer erst zu Ostern erneuert. Die 2020-Kerze steht also seit dem Wochenende in den Kirche. Vorher war es noch die 2019er Kerze.

Nach alter Tradition brannte die Kerze auch nur von Ostersonntag bis Himmelfahrt. Nach Himmelfahrt wurde sie dann ‚nur‘ noch zu Abendmahlsfeiern (Da ist ‚Christus mitten unter uns lebendig‘.) und zu Taufen entzündet, also zu den Feiern der Sakramente. Das ist heute aber vielerorts anders. Da brennt – so wie in der Kreuzkirche und auch in Ölper – die Osterkerze in jedem Gottesdienst und zeigt, dass da, wo zwei oder drei (oder mehr) in Jesu Namen versammelt sind, er mitten unter ihnen ist.
Da aber die neue Osterkerze nun nicht zum 01.01. entzündet wird, sondern erst Ostern gibt es eben manchmal diese Irritationen.

Nun aber mal zur 2020er Osterkerze der Kreuzkirchengemeinde. Sie hat ganz traditionelle Motive etwa A und Ω (Alpha und Omega). Diese Buchstaben stehen für Anfang und Ende. Alpha ist der erste, Omega der letzte Buchstabe im griechischen Alphabet. Anfang und Ende liegen in Gottes Hand. Unter dem Omega ist die Jahreszahl zu sehen. Und kreuzförmig angebracht rote Wachsnägel. Sie stehen für die Nägel des Kreuzes von Karfreitag.

Neben diesen klassischen Symbolen bildet ein biblisches Bild den Hintergrund für das Kerzenmotiv in der Kreuzkirche. Unten, braun, ist die Erde zu sehen aus der eine Pflanze hervorbricht. ‚Das Weizenkorn muss sterben, damit es Frucht bringt. Wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht.‘
Das Weizenkorn bringt hier eine hell- und dunkelgrüne Pflanze hervor. Neues Leben wächst auf. Das Weizenkorn unten ist aufgesprungen.
Das neue Leben wächst vor den bunten Farben der Sonne, des Regenbogens. Gottes Versprechen ist das: ‚Solange die Erde steht wird nicht aufhören Saat und Ernte, Sonne und Regen.‘ Solange die Erde steht werde ich das Leben in den Händen halten und bewahren. Es soll wachsen vom Anfang bis zum Ende von A bis Ω. Und das Leben verbindet die Kreuznägel, wird selbst zum Kreuz.

Die grüne Pflanze wächst zum Kreuz und zeigt mir: Das Kreuz ist zum Lebensbaum geworden. Aus dem Symbol des Todes ist ein Symbol des Lebens geworden.
Ostern haben wir das gefeiert und feiern es weiter, denn die Osterzeit geht noch einige Wochen – bis Himmelfahrt!

Hoffen wir, dass das Leben auch bei uns in diesen Wochen neu anfängt, anwächst und wuchert. Dass der Verzicht bald ein Ende haben wird. Ich bleibe zuversichtlich!

Bis Morgen!


 

Dienstag, den 14.04.2020 - Tag 32

 

Das war Ostern 2020

In mir steigt seit Ostersonntag ein Gefühl von Aufbruch hoch, so ein unergründliches Auferstehungsgefühl. Auferstehung geschieht mitten im Leben. In den zurückliegenden Wochen mussten wir uns einigeln, zurückziehen, ein oder mehr Gänge zurückschalten. Das fiel schwer, tat manchmal weh.
Schöne Familientraditionen blieben aus, Besuche entfielen. Stattdessen Anrufe, Videoanrufe, Nachrichten schreiben, Fotos und mehr.
Und obwohl ich weiß, dass es auch in dieser Woche so weitergehen wird, dass die Beschränkungen nicht aufgehört haben, steigt dieses Auferstehungsgefühl in mir hoch. Es ist Ostern!
Und wenn ich zurückblicke auf die letzten Tage, konnten alle Corona-Regeln Ostern nicht ausfallen lassen. Die österliche Lebenskraft ist stärker. Unsere Hoffnung lebt!

 

Ostermorgen 5.40 Uhr    
Kurzes Treffen in St. Jürgen um Absparchen mit Florian Fay an der Orgel zu machen. In wenigen Minuten wird sie zum ersten Mal seit Januar wieder in einem gottesdienstlichen Rahmen erklingen. Die Orgel wurde renoviert und wartet sehnsüchtig auf ihren ersten Auftritt.

 

Ostermorgen 6.00 Uhr
Dies ist die Nacht der Grabesstille. Licht bricht sich Bahn. Die Osterkerze wird entzündet. Sie zieht durch den Mittelgang ein, findet ihren Ort, leuchtet, erzählt vom Sieg des Lebens. Und gesprochene Worte gesellen sich zu ihr: „Der Stein war weggewälzt. Er ist nicht hier.“ Das Osterevangelium wird gelesen und dann ist es soweit: Die Orgel erklingt. Zuerst verhalten „Christ ist erstanden“ In Strophe 2 und drei kommen Register dazu, der Klang wird strahlender und dann drehen sich die Zimbelsterne und klingen in den Ohren – Es ist Ostern!
Mit Gebet, Lied und Segen geht die Frühandacht zu Ende. Das Osterlicht wandert nach draußen. Und dort spielt die Posaune noch einmal das „Christ ist erstanden“. Vereinzelt blinzeln Menschen in den frühen Ostermorgen, öffnen sich Fenster. – Unsere Hoffnung lebt.

 

Ostermorgen 6.30 Uhr
Wir packen uns einen großen Beutel Ostersteine ein, schnappen uns die Straßenmalkreide und machen uns auf den Weg – mit Fiete um den Ölper See. Die Osterbotschaft schreiben wir bunt auf die Wege, rund um den See. Wir setzen bunte Steine aus, verstecken sie. – Osterhasen am Werk.

 

Ostersonntag 9.45 Uhr
Ich komme mit der Posaune im Gepäck in Alt-Lehndorf in der Kreuzkirche an. Der Küster, Ed Voll ist schon da. Arthur Davies nimmt einige Meter entfernt auf der Bank neben der Kirche Platz. Ehepaar Reupke kommt und gesellt sich an den Zaun. Alles in gutem Abstand.

 

Ostersonntag 10.00 Uhr
Die Glocken der Kreuzkirche läuten zusammen mit allen Braunschweiger Glocken. Sie läuten das neue Leben ein, Ostern. Das Osterevangelium wird gelesen, die Osterkerze entzündet. Gebet und Segen gesprochen. Die Kirchen bleiben nicht tot an diesem Tag – wie könnten sie. Die Hoffnung ist lebendig.

 

Ostersonntag 10.15 Uhr
Das ‚Christ ist erstanden‘ erklingt vor der Kreuzkirche in Alt-Lehndorf mit der Posaune. In Ölper spielt Ruth Hannemann es mit der Gitarre vom Kirchturm. Auch in der Stadt wird gesungen und musiziert. Im ganzen Land verbindet das Lied um 10.15 Uhr die Menschen. – Halleluja!

 

Das war ein kurzer Ausschnitt aus ‚meinem‘ Ostersonntag. Es ging gut weiter mit Brunch und noch einer Hunde-Runde, Videoanruf und einem Glas Sekt.
Und dann auch noch: Andachten nachlegen in die Andacht-ToGo Box, die waren leer (Osterfreude macht sich breit). Und dann: Kollekte sammeln, denn ohne Aufforderung gaben etliche Menschen etwas, als sie sich eine Kerze oder eine Andacht mitgenommen haben. Eine kleine Kollekte für Brot für die Welt. Danke!

Danke, das lag aus kleinen Stöckchen gelegt auch vor der Kirchentür am Wochenende. Es hat mich und auch Ruth riesig gefreut und berührt. Danke und sehr gerne!

Ostern war da. Lebendig und sonnig und anders und bunt.
Er lebt.

Und dieses Gefühl steigt auch in mir auf: Das Leben geht weiter und wird wieder mehr. Ganz bestimmt. Und ich freue mich riesig darauf!

Gottes Segen für euch!
Bis Morgen.


 

Ostermontag, den 13.04.2020 - Tag 31

 

Ostererzählung für Kinder

Da es am Samstag keinen Blog für Kinder gab, hole ich das heute sehr gerne nach. Am 21.03. (Tag 8) habe ich ein Video zur Leidensgeschichte Jesu mit Bildern aus dem Erzähltheater vom Don Bosco Verlag aufgenommen. Und ich hatte schon gesagt, dass die Geschichte weitergeht. Heute nun erzähle ich euch wie es weitergeht. Viel Spaß.

 

 

P.S.: Die Erzählung ist natürlich nicht nur für Kinder!

Weiterhin gesegnete Ostern!

Bis Morgen!


 

Ostersonntag - 12.04.2020 - Tag 30

 

6 Uhr Osterandacht in St. Jürgen Ölper - Live-Aufnahme

 

 

Frohe und gesegnete Ostern!

Und ein kleiner Ostergruß von Ruthe:

Bis Morgen!


 

Karsamstag, den 11.04.2020 - Tag 29

 

Wie klingt Stille?

Heute ist Karsamstag. Stiller Samstag. Der Tag dazwischen. Zwischen Karfreitag und Ostersonntag. Zwischen Tod und Leben. Zwischen Dunkelheit und Licht.
Der Karfreitag klingt düster. Ein Sterbegeläut um 15 Uhr. Schlichte Worte, Gebet, dunkle Töne. Dann ist Stille.
Die Glocken schweigen heute. Und auch hier bleibe ich heute schweigsam.

Es ist kein Tag für große Worte, Bilder oder Videos. Es ist ein Tag um innezuhalten. Beten, schweigen und in sich hineinhören.

Der Philosoph Sören Kierkegaard schreibt über sein Gebet:

 

Als mein Gebet
immer andächtiger und innerlicher wurde,
da hatte ich immer weniger und weniger zu sagen.
Zuletzt wurde ich ganz still.
 
Ich wurde,
was womöglich noch ein größerer Gegensatz
zum Reden ist,
ich wurde ein Hörer.
 
Ich meinte erst, Beten sei Reden.
Ich lernte aber,
daß Beten nicht bloß Schweigen ist,
sondern hören.
 
So ist es:
Beten heißt nicht sich selbst reden hören.
Beten heißt:
Still werden und warten,
bis der Betende Gott hört.

 

Karsamstag bedeutet für mich: In die Stille hören, lauschen. Aushalten.

Gesegnete Stunden!
Bis Morgen!


 

Karfreitag, den 10.0.4.2020 - Tag 28

 

Heute um 15:00 Uhr - Geläut zur Sterbestunde Jesu.

Andacht aus St. Jürgen Ölper zum Karfreitag.

 

 

Bis Morgen.


Gründonnerstag, den 09.04.2020 - Tag 27

 

Heute gibt es etwas Neues. Ein Versuch. Ein Podcast, den ihr euch hier anhören könnt.

Abendmahlsbild von Sieger Köder.

Zum selber lesen hier:

Podcast - Gründonnerstag

Gast sein einmal.
Nicht immer selbst
seine Wünsche bewirten
mit kärglicher Kost.
Nicht immer feindlich
nach allem fassen
einmal sich alles
gefallen lassen
und wissen:
was geschieht, ist gut.
(R. M. Rilke)


Wir hören Erzählungen aus alter Zeit. Erinnerungen die Gott seinem Volk gestiftet hat.
Wenn dein Kind dich Morgen fragt, warum ist dieser Abend anders, warum geht nicht jeder seine Wege – wie sonst, warum sind wir zusammen? Was macht diesen Abend besonders.
Wenn dein Kind dich fragt so antworte:

Wir waren einst – vor Zeiten Gefangene. In Ägypten. Lebten in Knechtschaft, Armut. Gefangene. Da erschien Gott Mose als er Schafe hütete. Ein Dornbusch stand in Flammen und wurde nicht verzehrt vom Feuer.
Und Gott sandte Mose zu seinem Volk, ihnen zu sagen: Gott hat eure Not gesehen. Und als Mose ihn fragte: Was soll ich sagen wer mich schickte, sagte Gott: Ich bin der Gott deiner Vorfahren, der Gott Abrahams und Saras, Isaaks und Rebeccas, der Gott Israels. So sollst du sagen: Ich bin, der „Ich bin da“ – Ich bin da hat mich zu euch geschickt.
Und Gott war da. Und führte das Volk aus Ägypten, aus der Gefangenschaft. Er befreite sie und führte sie in ein gutes Land.

So sollst du deinem Kind sagen. Darum feiern wir an diesem Abend das Passah Gottes. Denn Er, der da ist, hat uns befreit.

 

Musik – Heinz-Rudolf Kunze – Mehr als dies (Lied zum Kirchentag 2005 in Hannover)

 

Jesus feierte Das Passah, das letzte Abendmahl mit seinen Jüngern. Wir hören aus dem Lukasevangelium:

Es kam nun der Tag der Ungesäuerten Brote, an dem man das Passalamm opfern musste.  
Und er sandte Petrus und Johannes und sprach: Geht hin und bereitet uns das Passalamm, damit wir's essen.  
Sie aber fragten ihn: Wo willst du, dass wir's bereiten?  
Er sprach zu ihnen: Siehe, wenn ihr hineinkommt in die Stadt, wird euch ein Mensch begegnen, der trägt einen Wasserkrug; folgt ihm in das Haus, in das er hineingeht,
und sagt zu dem Hausherrn: Der Meister lässt dir sagen: Wo ist der Raum, in dem ich das Passalamm essen kann mit meinen Jüngern?  
Und er wird euch einen großen Saal zeigen, der mit Polstern versehen ist; dort bereitet es.  
Sie gingen hin und fanden's, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Passalamm.
Und als die Stunde kam, setzte er sich nieder und die Apostel mit ihm.  
Und er sprach zu ihnen: Mich hat herzlich verlangt, dies Passalamm mit euch zu essen, ehe ich leide.  
Denn ich sage euch, dass ich es nicht mehr essen werde, bis es erfüllt wird im Reich Gottes.  
Und er nahm den Kelch, dankte und sprach: Nehmt ihn und teilt ihn unter euch;  denn ich sage euch: Ich werde von nun an nicht trinken von dem Gewächs des Weinstocks, bis das Reich Gottes kommt.
Und er nahm das Brot, dankte und brach's und gab's ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis.  
Desgleichen auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird!

 

Impuls
Wir sind Teil einer großen Geschichte Gottes mit den Menschen. Viel größer als alles, was wir oft denken, zu wissen glauben.
Vor Jahrtausenden hat unsere Geschichte mit Gott begonnen. Daran erinnern wir uns an diesem Abend.
Wir sind Teil der Geschichte, die Gott in die Zeit webt.
Von der Schöpfung der Welt über Noah und Abraham hören wir sein Versprechen: ich will euch segnen und ihr sollt ein Segen sein. Zahlreich sollen eure Nachkommen werden.
Über Mose geht die Geschichte weiter und führt aus der Gefangenschaft in die Freiheit, weiter bis David und Salomo bis Jesus.
Und durch ihn werden auch wir mit in die Geschichte Gottes mit hineingenommen, werden zur Freiheit befreit und berufen zur Liebe Gottes.
So zieht sich der rote Faden der göttliche Liebe zu uns Menschen durch die Zeiten und kommt hier an. An diesen gedeckten Tischen. Hier schmecken wir seine Liebe, lassen uns die Hoffnung auf unserer Zunge zergehen.

 

Gebet
Jesus Christus. Dein Wort befreit uns von aller Last der Vergangenheit. Es befreit uns zur Gemeinschaft.
Dein Brot stärkt uns auf unserm Weg durch das Leben, durch Licht und Schatten. Es ist lebendig.
Dein Kelch hält unser Sehnen wach, nach Hoffnung, nach dir.
Befreie und stärke uns heute durch dein Wort, dein Brot und dein Kelch. Lass uns fröhlich empfangen und deine Liebe kosten. Amen

 

Gesegneten Gründonnerstag.

Bis Morgen!


 

Mittwoch, den 08.04.2020 - Tag 26

 

Gegen die Hoffnungslosigkeit

In der Reihe #mutworte, die der Braunschweiger Propst Lars Dedekind täglich veröffentlicht, erscheint heute mein Beitrag.
Was geschieht, wenn du dich in diesen Tagen immer mehr zurückziehst. Wenn deine sozialen Kontakte weniger werden, der Austausch nicht mehr stattfindet. Du hast das Gefühl, du kannst nichts tun, alles Mist, das bringt doch nichts.
In diese Stimmung kannst du dich hineingeben. Hinein in die „süße Hoffnungslosigkeit“. Der Theologe Fulbert Steffensky nennt sie „süß“, weil sie nichts von uns verlangt, außer, dass wir uns ihr völlig hingeben. Darum ist sie so verlockend.
Du musst dich nur hineingeben, den Rest übernimmt die Hoffnungslosigkeit selbst. Sie zieht dich runter und hält dich dort.

Du kannst dich aber wehren. Du kannst zum Beispiel Gott ins Spiel bringen, beten. Wer betet, wer Gott ins Spiel bringt, der findet sich nicht ab. Dessen Hoffnungslosigkeit bekommt einen Riss. An diesem Riss kannst du rumpulen, zupfen. Ihn erweitern.

Wenn du Gott ins Spiel bringst, bringst du ihn ins Spiel, der als Garantie für das Leben steht. Und du entlässt Gott, nicht aus seiner Verantwortung. Wenn wahr ist, was in der Bibel steht, dass du sein Ebenbild bist, dass Gott den Menschen, Dich, nur wenig niedriger gemacht hat als Gott selbst, mit Gnade und Barmherzigkeit gekrönt (Pslam 8). Wenn das so ist, dann muss es mehr geben, als die Sorgen und die Not. Wenn das so ist, dann musst du Gott in die Verantwortung nehmen. Wenn das so ist, dann muss er selbst uns Wege aus der Krise zeigen.

Und wenn deine Hoffnungslosigkeit einen Riss bekommt, dann bist du offen zu sehen, was es auch gibt: Wo und wie auch jetzt Leben gut gelingt. Dass es Chancen gibt für ‚danach‘, das Leben neu und vielleicht besser zu ordnen. Bring Gott ins Spiel!

Hier mein #mutwort

 

 

Bis Morgen!


 

Dienstag, den 07.04.2020 - Tag 25

 

Psalm 33

Liebe beginnt mit Singen.
Sing dein Lied, meine Stimme.
Singen macht glücklich.

Noch nie hab ich dir so gesungen,
wie ich es mir vorgenommen hatte.
Lass es nun gelingen - deinen Traum will ich besingen.

Du bist ein Liebhaber der Menschen.
Du sprichst den Himmeln täglich zu,
dass sie morgen wieder da sind.

Du hältst die Fluten zwischen den Schleusen,
verschließt die Urflut zu deinem Keller.
Du verlangst das Glück aller Erdenbewohner.

Und immer kommt dein Wort,
und es wird gut - du weichst nicht ab
von deinem Herzen.

Du Aufmerkender, der unser Angesicht sucht,
der größer ist als unser Herz -
du kennst mein Herz, du ergründest mich.

Allein das Auge des Lebenden
wird meinen Tod wenden, dass ich leben.

Ich warte, bis ich heimkomme in Ihm.

(nach: Huub Osterhuis)

 

Besingen wir den Traum!

Bis Morgen.


 

Montag, den 06.04.2020 - Tag 24

 

In Verbindung bleiben

Miteinander in Verbindung bleiben. Gemeinsam beten.

Der Mensch ist ein Beziehungswesen. Ja, heute wird es ein bisschen philosophisch. Der Mensch entwickelt sich im Gegenüber zu einem Du. Bei kleinen Kindern sind es die Eltern. Das Kleinkind lernt zu unterscheiden: Ich - Du. Es lernt, dass es nicht Teil des Gegenübers ist. Es ist ein eigenständiges Leben mit eigenen Wünschen und Bedürfnissen.

Aber der Mensch bleibt dennoch verbunden mit dem Du. Er wächst an ihm. Braucht es. Ohne ein Gegenüber verkümmert der Mensch. Was für Kinder gilt, bleibt für Erwachsene gültig. Ich brauche ein Gegenüber für mich. Wenn das Leben gelingen soll, dann nur im Miteinander.

Nun fehlt in diesen Tagen vielen Menschen gerade dieses Gegenüber. Sie sitzen in ihren Wohnungen. Sind allein, auf sich gestellt. Kaum soziale Kontakte. Kaum ein Du für ihr Ich. Lediglich über Telefon bleiben sie in Verbindung. Und so dringend nötig diese soziale Distanz zur Zeit ist: auf Dauer macht sie krank. Ich verkümmere, wenn ich nicht in Verbindung bleibe.

Mir hilft es da, ein Gegenüber zu haben, dass eben nicht unter das Distanzverbot fällt. Gott.
Er ist das große Du an dem ich mich reiben, an dem ich wachsen kann. Er spricht mich an:

„Fürchte DICH nicht, ICH habe DICH erlöst. ICH habe DICH bei DEINEM Namen gerufen.“
(Jesaja Kap. 43, Vers 1)

Gott ist und bleibt mein Gegenüber. Derjenige zu dem ich mich in Beziehung setze. Also: In Verbindung bleiben. Ist auch hier wichtig.

Im Kleinen machen wir das schon seit 14 Tagen beim abendlichen #balkonsingen. Wir bleiben in Verbindung mit Gott und, was in diesen Tagen genauso wichtig ist: miteinander. Jeden Abend aus dem offenen Fenster ein paar Worte mit den Nachbarn, die am Fenster stehen. Ein Winken auf den Hof gegenüber… Ruth Hannemann, die jeden Abend auf den Kirchturm klettert, um uns beim Singen zu begleiten (Ein riesiges DANKE!!!), hat einen kleinen Film aus Bildern und Videos, die ihr geschickt habt zusammengeschnitten. Den stelle ich hier gerne online. – Auch wenn wir uns nicht sehen: Wir machen das zusammen, jeden Abend!

 

 

Für mich zeigt das: Wir bleiben in Verbindung miteinander. Und seit gestern noch einmal mehr mit Gott. Die Abendandacht am offenen Fenster mit Kerze und Worten von Dietrich Bonhoeffer, Lied und Gebet verbindet uns in Ölper, in LÖW+ und in Braunschweig. Sie verbindet uns miteinander und mit Gott.
Denn alle Ereignisse in dieser Heiligen Woche (Von Palmsonntag bis Ostern) haben ihre Höhepunkte in der Auferstehung Jesu an Ostern und dann weiter in seinem großen Versprechen:

„Siehe, ICH bin bei DIR alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Evangelium nach Matthäus Kap. 28, Vers 20)

Bleibt gesegnet.

Bis Morgen!


 

Sonntag, den 05.04.2020 - Tag 23

Dankbar

Es gibt Lieder, die einen über viele Jahre begleiten. Sie machen Mut, malen intensive Bilder, schenken Erinnerungen. Eines dieser Lieder für mich ist „Doktor Berenthal kommt“ von Reinhard Mey. Ich erinnere mich bei dem Lied immer an meinen alten Kinderarzt, der nie einen Kittel trug. Immer herzlich und freundlich mit einem kleinen runden Bastkörbchen für die Instrumente. Es war nie schlimm dorthin zu müssen. Er war mein Doktor Berenthal.

Heute kommt mir das Lied noch einmal neu in Erinnerung. Denn neben diesem wunderbaren Bild von einem ‚Retter in der Not‘ beschreibt Reinhard Mey einen Menschen, der so voll und ganz hinter dem steht, was er tut. Einer der liebt, was er tut. Wie wunderbar solche Menschen kennenzulernen.

Glücklicherweise habe ich das Glück in meinem Beruf vielen solchen Leuten zu begegnen. Erzieherinnen in Kindergärten, Lehrerinnen und Lehrern, Pflegepersonal, Musikerinnen und Musiker, Geschäftsführerinnen und Beamte, Pädagoginnen und Freiberufler. Ich erlebe diese Menschen überall. Und es ist großartig ihnen zu begegnen.

Freitag nun hatte ich wieder eine dieser Begegnungen. Es war 21:30 Uhr und es klingelte. Keine ‚normale‘ Zeit, erst recht nicht in diesen Tagen. Ich schaute aus dem Fenster und sah die Johanniter. Als ich die Tür öffnete stand da in voller Schutzausrüstung, mit Schutzkittel, Brille und Mundschutz eine junge Frau.
Ein herzliches „Guten Abend“, gefolgt von der Entschuldigung, dass sie nicht anrufen konnte – falsche Nummer. Sie sei für den Abstrich da. „Mund auf. Könnte unangenehm sein.“ Ich öffnete den Mund. Der schmale Wattestab wanderte in den Hals. „Ja. Super. Sie machen das echt toll. Das war es schon! Ihr Hausarzt meldet sich dann.“

Ja – ich stehe vorübergehend unter Quarantäne. Fühle mich gut, mache mir keine großen Sorgen und bin begeistert von der Freundlichkeit. So offen und ehrlich und herzlich, so spät am Abend für uns unterwegs! Danke.

Es war keine Spur von ‚so ein Mist – da auch noch hin‘ zu spüren. Kein Frust. Keine Verärgerung. Ich hatte wirklich das Gefühl: So schwierig die Situation auch ist, so stressig es ist. Da macht jemand gerne was er tut. Und dafür ein großes Dankeschön!!!

So ‚Doktor Berenthal‘ Begegnungen tun gut. Sie zeigen mir, wie gut Menschen sind, wie gut sie tun, wenn sie das machen, was sie lieben. Wenn jede und jeder nach ihren und seinen Begabungen lebt ist das klasse.

Gott hat allen Menschen Begabungen gegeben. Gerade so, wie es sich gut zu allen anderen einfügt. So klappt das Zusammenspiel aller Menschen wie bei einem Körper. Da funktioniert das Miteinander von Herz und Lunge, Fingern, Ohren, Milz und Mund einmalig gut. Denn jedes Körperglied tut das, was es gut kann. Die Nase versucht nicht zu sehen – sie riecht. Die Ohren können nicht schmecken – sie hören. Und in diesem Zusammenspiel hat Gott uns wunderbar geschaffen. Wir sind ein Leib mit vielen Gliedern – jedes Glied mit seinen und ihren Begabungen. ( ⇒ 1.Kor 12, 4ff. )

Du bist ein 'Doktor Berenthal' in deinem Bereich. Du musst ihn nur finden. Und ich wünsche Euch allen, dass ihr Menschen trefft, die euch zeigen, wie großartig das ist. Dass ihr eure Begabungen leben könnt. Dass ihr euren Bereich findet! Damit wir Menschen gut funktionieren – alle miteinander. Anders geht es nicht.

Als Dank an alle Engagierten: Ärzte, Helferinnen und Helfer, Pflegepersonal. Für alle, die bis an die Grenzen gehen. Zum Mut machen, Hoffnung teilen und Zuversicht hamstern. Reinhard Mey für euch!


 

Gott. Schenke uns Vertrauen in unsere Gaben.
Den Blick für das was uns Freude macht.
Was anderen gut tut.

Danke für alle, die so vieles für uns tun in diesen Tagen.
Das medizinische und pflegerische Personal.
Danke, für alle, die den Laden am Laufen halten.
Danke, für alle guten Ideen und kreativen Chancen.
Danke, für alle Geduld mit uns und anderen.

Schütze sie. Segne sie. Bewahre sie.

Lass die nicht aus dem Blick fallen, die in Not sind.
Obdachlose, Hungernde und Flüchtlinge.
Wir verlieren sie nicht aus den Augen!

Schütze sie. Segne sie. Bewahre sie.

Amen.

 

Bis Morgen!


 

Samstag, den 04.04.2020 - Tag 22

 

Alles wird gut - Aktion für Kinder

Es ist Samstag. Und das heißt: Die Kinder stehen heute wirder im Vordergrund.

Zur Zeit schwirrt ja einiges durch das Internet. Viele Aktionen sind das zu finden. Eine Aktion finde ich richtig toll: Regenbogen malen! Die Idee ist ganz einfach: Ihr malt zu Hause Regenbogen-Bilder. Mit Buntstiften, Wasserfarben, Tusche, Fingerfarben...

Alles was schön bunt ist und gefällt ist erlaubt. Ihr könnt auch Regenbögen aus Transparentpapier basteln und wer weiß, was euch sonst nocheinfällt.

 

Diese bunten Bilder hängt ihr in die Fenster, so dass sie gegen die traurige Stimmung draußen anleuchten. Sie sollen Freude schenken. Ihr könnt mir gerne Fotos von euren fertgien Bildern schicken. Dann mache ich hier eine kleine Regenbogen-Ausstellung!

 

Wer ein paar Ideen sucht, der kann im Internet einfach mal #regenbogengegencorona suchen.
Da werdet ihr schnell fündig und könnt euch Bilder anschauen von anderen Kindern nah und fern, die mitmachen!

Im Braunschweiger #MUTWORT vom 02.04. hat Henrike Bötel-Hiskia (unsere Propsteijugenddiakonin) auch etwas darüber erzählt.

 

Macht mit! '#RegenbogenGegenCorona und gegen Langeweile!

Viel Spaß.

Bis Morgen!


 

Freitag, den 03.04.2020 - Tag 21

Gemeinsam feiern – jeder für sich und alle miteinander

Es sind wirklich komische Tage. In der Gemeinde und in der Propstei Braunschweig planen wir gerade das gemeinsame Osterfest und gemeinsame Andachten in der Karwoche (Palmsonntag bis Karfreitag). Dabei planen wir alles gemeinsam ja so, dass wir nicht zusammen sind. Also nicht räumlich.

Die Vorstellung trotz aller Distanz Ostern nicht zu feiern, das geht nicht. Ostern findet statt! Es fällt nicht aus! Es wird nur anders.
Und auch, wenn es mir fehlen wird, die Osterkerze mit Gesang in die Kirche zu bringen. Wenn sich das Licht nicht langsam ausbreiten wird und die Kirche in ein wunderbar österliches Licht taucht – ich freue mich darauf aus (hoffentlich) allen Richtungen Menschen zu hören die singen und musizieren: „Christ ist erstanden“.

Und bis dahin bin ich ganz gespannt, wie gut die kleinen Andachten an den Fenstern ab Sonntag funktionieren (Infos dazu gibt es hier ).

Ich brauche gerade in dieser Zeit das Gebet, die Andacht, die Besinnung. Mit Gott sprechen, ihm meine Sorgen nennen. Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, ich bin dabei nicht alleine. Für Gott gilt kein Kontaktverbot, kein Aufruf zur sozialen Distanz. Mit ihm stehe ich in Kontakt und viele von euch auch. Darum weiß ich, dass wir miteinander verbunden sind – durch ihn.
Wir feiern also wirklich gemeinsam, alle miteinander, auch wenn jeder und jede für sich oder in der Familie ist. Und neben alle Traurigkeit darüber, dass es so sein wird, mischt sich die Neugier, wie es wird.

Was wäre das für ein wunderbares Hoffnungszeichen, wenn wir ab Sonntag jeden Abend um 19 Uhr rausschauen und Kerzen in den Fenstern sehen, Gesang hören und Worte miteinander sprechen. Und wie unglaublich könnte es werden, wenn an Ostern dann wirklich ganz viele im Garten, auf dem Balkon, am Fenster stehen und ihrer Hoffnung eine Melodie geben. Wenn es ein gesungenes oder musiziertes Band gibt, dass uns alle verbindet und das durch die Luft weht: „Christ ist erstanden!“

Es könnte ja sein, dass sich das richtig österlich anfühlt. Ich werde es in jedem Fall versuchen und mitmachen.
Wenn ihr das auch macht, dann gelingt es. Bis Ostern ist ja noch Vorbereitungszeit und ab Sonntag können wir schon mal üben!

Gott, ich bitte sich:
Führe uns zusammen.
Verbinde uns miteinander.
Gerade wenn wir uns nicht sehen.

Der Kontakt zu dir.
Es tut mir gut.
Ich brauche das.
Komm mir nahe.

Tröste mich, wie einen eine Mutter tröstet.
Bring mich zum Lachen, wie Freunde es tun.
Halte mich fest, wie ein Vater das macht.
Schau mich liebevoll an, wie Partner das tun.

Und in alldem: Trage meine Lasten mit.
Hilf mir.
Sorge für mich, für meine Seele.
Du tust mir gut. Danke dafür.
Amen

 

Bis Morgen!


 

Donnerstag, den 02.04.2020 - Tag 20

Auch die Freude darf in diesen Tagen nicht zu kurz kommen. Ja, ich weiß: Für viele gibt es gerade nicht viel Grund um beschwingt und erfreut zu sein. Das denken Sie jedenfalls. Oder es fühlt sich sogar so an. Aber falsch gedacht: Es gibt immer einen Grund beschwingt, befreit und heiter zu sein. Gott. Gott ist mein Grund zur Freude zum Loben und Singen.

In wunderbaren Worten bringt Hanns-Dieter Hüsch das in seinem Psalm zum Ausdruck.

Und die gibt es heute als Video und/oder zum Lesen.

 

Psalm

Ich bin vergnügt, erlöst, befreit.

Gott nahm in seine Hände meine Zeit,

mein Fühlen, Denken, Hören, Sagen,

mein Triumphieren und Verzagen,

das Elend und die Zärtlichkeit.

 

Was macht, dass ich so fröhlich bin

im meinem kleinen Reich?

Ich sing und tanze her und hin

vom Kindbett bis zur Leich.

 

Was macht dass ich so furchtlos bin

an vielen dunklen Tagen?

Es kommt ein Geist in meinen Sinn,

will mich durchs Leben tragen.

 

Was macht, dass ich so unbeschwert

und mich kein Trübsinn hält?

Weil mich mein Gott das Lachen lehrt

wohl über alle Welt.

(Hans Dieter Hüsch nach Ps. 126)

 

Bleibt erlöst und gesegnet!

Bis Morgen!


 

Mittwoch, 01.04.2020 - Tag 19

Schalk und Schabernack

Als ich gestern Morgen aufgewacht bin, dachte ich: „Oh nein! Du hast den 01. April vergessen! Vergessen Späße zu machen!“

Es dauert ein paar Minuten, bis mir einfiel, dass ich für’s Vergessen doch noch zu früh dran war. Ich hatte noch 24 Stunden Zeit mir Schalk und Schabernack zu überlegen, um heute, am 01. April, Leute auf’s Glatteis zu führen.

Leider ist mir nichts eingefallen. 01.-April-Schlagzeilen wie „Corona nach Bierrausch  im Koma – Das ist das Ende der Krise“ wären nicht so passend, auch nicht, wenn ich eine Flasche Corona-Bier als Foto einstellen würde. Einzig eine neue „Klopapiersteuer“ fällt mir ein, die dann die Wirtschaftskassen wieder auffüllt. Wobei das nun wieder so wenig abwegig ist, dass die vielleicht wirklich kommt.
Das ist dann im Grunde dasselbe wie mit den Kaffeebeuteln, die wir an einem Sommernachmittag in der Familie entworfen haben. So kleine Beutel, wie Teebeutel, mit denen man dann eben eine Tasse Kaffee machen kann. Die Idee auf der Terrasse war geboren und irgendwo hat sie wohl jemand gehört, denn ein paar Monate später kam die erste Senseo auf den Markt. Da überlegten wir zu Hause noch, wer denn die Heftklammern aus den Teebeuteln pult, damit man da Kaffee einfüllen kann. So ungerecht ist das Leben.

Ich schweife ab. Es ist also der 01. April und mir fällt kein Schabernack ein, um euch zum Schmunzeln zu bringen. Die Frage, ob Esoteriker häufiger zur Arbeit pendeln als andere bringt da auch nicht weiter. Und dass die in diesen Tagen häufig genannte Quarantäne sich vom griechischen Wort 40 ableitet und Bezug nimmt auf die 40 Tage, die Jesus in der Wüste war, lässt unseren Erwartungshorizont ja auch nicht gerade lachen. (Da sind 14 Tage doch schon echt genug!)

Nun möchte ich aber auch nicht einfach so einen ersten April vorbeigehen lassen, ohne etwas Lustiges, Albernes in die Welt zu setzen. Also gibt es hier einen meiner Lieblingswitze:


Jesus geht durch die Wüste und trifft einen alten Mann.

Jesus: "Was machst du so alleine in der Wüste?"

Alter Mann: "Ich suche meinen Sohn"

Jesus: "Wie sieht er denn aus?"

Alter Mann: "Er hat Nägel durch Hände und Füße."
Jesus: "Vater?"
Alter Mann: "Pinocchio!"

Mailt mir gerne einen Witz, der euch zum Lachen bringt!

Bleibt fröhlich! – Auch Corona hat ein Ende. Und das ist kein Aprilscherz – hoffe ich.

Bis Morgen!


 

Dienstag, 31.03.2020 - Tag 18

Anker in der Zeit

Heute war mir mal wieder nach einem Lied. ‚Anker in der Zeit‘ von Albert Frey.

Liebe, die alles trägt – unerschütterliche Hoffnung, die jeden Test der Zeit besteht, weil es ein Licht gibt, das uns den Weg weist. Du musst nicht alles jetzt schon sehen können, nicht alles begreifen. Das ändert nichts daran, dass es das gibt. Das Lied bringt eine unglaubliche Zuversicht zum Ausdruck. Nichts kann so schlimm sein, dass die Hoffnung, der Glauben zu Grunde geht.

Die Hoffnung stirbt zuletzt stimmt hier nicht. Nein: Die Hoffnung kann nicht sterben. Oder mit Blick auf die bald vor uns liegende Karwoche und Ostern: Die Hoffnung hat gelitten, wurde verlassen und beschimpft. Die Hoffnung selbst ist in den Tod gegangen. Und sie hat den Tod besiegt. Hat all das durchgestanden.

Darum tritt die Hoffnung in meinen Dunkelheiten an meine Seite: Sie weiß wie es ist das auszuhalten. Sie kennt deine Gefühle. Sie hat sie selbst erlebt.
Und die Hoffnung lebt. Bleibt lebendig. Sie ist das Zentrum der Geschichte. Der Anker in der Zeit. Diese Hoffnung hat einen Namen: Jesus Christus!

„Es gibt die wunderbare Heilung, die letzte Rettung in der Not.“ Das wünsche ich mir. Darauf vertraue ich. Jesus, mein Anker in der Zeit. Der mich hält, wenn Stürme über das Leben brausen und Wellen über mir einbrechen. Mein Anker. Zentrum meiner Hoffnung.

Mir gibt dieses Lied neuen Mut. Zuversicht in diesen Tagen! Ich hoffe euch auch.

Bleibt gesegnet.

Bis Morgen.


 

Montag, 30.03.2020 - Tag 17

„Das Jahr 2020 bitte neu laden – Es enthält einen Virus.“

Ein Bild mit diesem Titel habe ich am Wochenende im Internet gesehen. Ach, wie schön, wenn es so einfach wäre. Wie bei einem Fehlerhaften Computerprogramm, einmal neu laden, die alte Version überspielen, einmal kurz den Stecker ziehen, alles startet neu. Leider geht es nicht so einfach.

Und auf der anderen Seite hatte ich am Wochenende auch viele Begegnungen auf Distanz, Anrufe, Mails, Karten, die irgendwie auch viel Dankbarkeit transportieren.
Nein, natürlich keine Dankbarkeit für die Situation. Aber Dankbarkeit dafür, dass auf einmal andere Dinge wieder wichtig werden. Wenn Jugendliche die Sozialen Medien ein Stück überhaben und selbst kreativ werden, Menschen in Nachbarhäusern anfangen zusammen Musik zu machen, nur eben jeder in seinem Garten oder auf seinem Balkon.
Auch wenn Menschen mir schreiben und sich für meine Gedanken hier bedanken, weil sie ihnen gut tun und genau das machen, was sie sollen: Ein bisschen Zuversicht säen, Halt geben, Beständigkeit.

Die Band ‚Silbermond‘ hat schon 2009 davon gesungen, wie wichtig ein „kleines bisschen Sicherheit“ ist. Die Hoffnung, dass alles beim Alten bleibt und das Chaos, Unruhen, Terror und wie wir jetzt wissen ein kleines fieses, mieses Virus nicht alles in Frage stellt.


Ich glaube nicht, dass alles beim Alten bleibt. Aber vielleicht liegt darin ja auch eine Chance, die wieder zu mehr Sicherheit führt. Nämlich zu überlegen: Was ist denn sicher, was gibt mir Sicherheit in einer turbulenten Zeit.
Dazu zähle ich die Anrufe bei Freunden, kurze Begegnungen, dazu zählt meine Familie, selbst wenn ich sie zur Zeit nicht sehen kann, für sie bete und danke.
Und dazu zählt mein Glauben. Die alltäglichen Rituale, die entstanden sind. Zum Geläut um 12 Uhr ein Vater Unser beten und still werden. Ich fühle mich dann mit vielen anderen verbunden, die zeitgleich beten. Das Singen am Abend um 19 Uhr. „Dass einem ein Lied so schnell ans Herz wachsen kann.“ So brachte es gestern Abend jemand auf den Punkt, den ich im Dorf getroffen haben, als ich auf dem Weg in die Kirche war.

Darin liegen auch Chancen. Da weht – glaube ich – ganz viel guter und göttlicher Geist, der uns in dieser Zeit eben nicht allein lässt. Er begleitet uns. Das glaube und das spüre ich in diesen Tagen. Er gibt mir das „kleine bisschen Sicherheit“ in dieser schwierigen Zeit.

Wir können das Jahr nicht neu laden, weil es einen Virus hat. Was wir, was ich und du tun kannst ist: Versuchen die Verbreitung zu verlangsamen, Chancen für gelingendes Leben erkennen, das täglich passiert. Daraus Hoffnung schöpfen. Und vertrauen: Gott der uns begleitet und den Fachleuten, die irgendwann sagen: „bugs are fixed!“ „Fehler sind behoben!“
Sie sind virenfrei!
Frohes Singen, Lachen, Klatschen, Leben in diesen Zeiten – bleibt zuversichtlich!
Bis Morgen.

*Bildquelle: Alexandra Koch - pixabay


 

Sonntag, 29.03.2020 - Tag 16

Gesegneten Sonntag!

Ich habe euch heute eine kleine Andacht aufgenommen, die ihr auf Youtube findet. Im Zentrum der Andacht steht ein Text von Dorothee Sölle , ihre 'Antwort an die linken Freunde, warum wir beten'. Den Text zum nachlesen haben ich hier für euch.

Die Kernaussage für mich ist: Weil wir uns nicht abfinden! Darum beten wir. Weil Gott uns mehr versprochen hat, als wir hier sehen und haben und bekommen. Weil diese Welt ist, wie sie ist; aber eben auch: Weil Gott der ist der er ist. Und weil sein Versprechen gilt. Und aus diesem Versprechen entlasse ich Gott nicht: "Ich will dich segnen" hat er gesagt und "Fürchte dich nicht" hat er auch gesagt. "Alles Leid wird ein Ende haben" hat er versprochen und "Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende" steht als Versprechen über jeder Taufe.
Darum beten wir. Um Gott in die Verantwortung zu nehmen.

Hier geht es zur Andacht .

Gott segne euch!

Bis Morgen!


 

Samstag, 28.03.2020 - Tag 15

 

Heute gibt es wieder ein Video bei Youtube. Danke an Tamara, ohne die das nicht geklappt hätte!

Und wie letzte Woche Samstag heißt es wieder: Nicht nur - aber auf jeden Fall besonders - für Kinder!

Viel Spaß bei der One Paper Story zu Maleachi .

Gottes Liebe steht über allem!

Bis Morgen!


 

Freitag, 27.03.2020 - Tag 14

 

Glück oder Unglück

Ich bin beim Stöbern auf eine kleine chinesische Geschichte gestoßen - also angeblich. Wie alt und wie chinesisch die wirklich ist, weiß ich nicht.
(zum Lesen auf das Bild klicken oder anhören bei youtube )

Es geht um einen Bauern, sein Glück oder Unglück und darum, wie gelassen er bei allem reagiert, was ihm widerfährt. Er verweigert sich jeder schnellen Deutung. Was passiert, das passiert. Kategorien wie Glück oder Unglück hin oder her. Ihm scheint es egal zu sein. Mit einer stoischen Ruhe nimmt er alles hin: "Wer weiß, wo es gut für ist."

Das ist für manche kein leichter Satz, je nachdem in welcher Situation sie sich befinden. Wenn jemand Not leidet, schwer krank ist, ist es schwer das auszuhalten, das zu sagen. Es klingt dann fast brutal: Wer weiß wozu das gut ist. Und auf der anderen Seite ist es doch so, dass wir eigentlich nur durch neue Situationen und Herausforderungen verhalten ändern, uns umstellen können. Wenn sich niemals etwas ändert, fällt es mir unglaublich schwer mich zu ändern.
Wer tritt mir denn in den Hintern, wenn nicht das Leben. Und ja: Das tut manchmal Schweine-weh. So sehr, dass ich nur noch heulen und schreien will. Denn vorher war alles doch ganz gut, nicht perfekt, aber gut. Und ich hatte mich eingerichtet und auf die Zukunft ausgerichtet. So hätte das gehen können. Hätte...
Tut es aber selten! Leben ist immer in Bewegung, in Veränderung.

Und dann ist die Frage, wie du damit umgehst. Du kannst sagen: "Alles Mist: Was für ein Unglück." Du kannst auf das Leben schimpfen, dir Schuldige suchen, dich zurückziehen, meckern und maulen. Eine Zeit lang tut das vielleicht sogar gut. Aber irgendwann macht dich das kaputt.
Die Alternative wäre es so zu machen, wie der Bauer: "Wer weiß wo's gut für ist." Vielleicht entwickelt sich das eine Unglück ja zu einem großen Glück.
Vielleicht wächst aus dier Krise etwas Neues auf, das im Nachhinein betrachtet wunderbar ist. Möglicherweise ist eine schwere Entscheidung, ein harter Schicksalsschlag in Abstand betrachtet etwas, durch das du gewachsen bist, das dich befreit hat. Wissen kannst du es nicht. Du kannst nur zuversichtlich abwartend sein und überlegen: Wer weiß, wo's gut für ist, anstatt gleich pessimistisch dreinzuschauen.

Wobei ich glaube: Das ist eine lebenslange Übung! Aber du kannst ja schon mal anfangen. Mache ich auch - jeden Tag wieder.

Bis Morgen!


 

Donnerstag, 26.03.2020 - Tag 13

Kinder an die Macht

Kinder, Kinder, wie die Zeit vergeht. Fast zwei Wochen läuft der Blog nun schon ich hoffe, dass bisher das eine oder andere aufmunternde Wort dabei war. Vielleicht habt ihr einen tröstlichen Gedanken entdeckt, eine kleine Hausandacht gefeiert oder euch einen Lätare-Strauß für die eigenen vier Wände zusammengestellt. Es freut mich, wenn ich euch durch diese Tage begleiten kann.

Vor ein paar Tagen habe ich auf einer Hunderunde mit Fiete am Ölper See ein wunderbares Bild gesehen. Irgendwer hatten es auf den Weg gemalt mit bunten und fröhlichen Farben:

"Bleibt gesund, haltet Abstand! Danke" Das stand darunter. Dazu eine bunte Blume, ein Baum, Regenwolke, Sonnenschein (glaube ich) und Smiley. Von Sorge und Angst keine Spur. Ich vermute mal, dass Eltern mit ihren Kindern kreativ geworden sind. DIe Zeit gut nutzen an der frischen Luft, in der Frühlingssonne. So eine Leichtigkeit tut mir gut.
Zu sehen, dass die Zuverischt und das Leben sich nicht hinter grauen Mauern verstecken. Nein, es geht bunt und farbenfroh weiter auch in diesen Tagen. Das ist super. Und ich erinnerte mich an Worte von Reinhold Niebuhr, einem amerikanischen Theologen und Philosoph. Er hat gesagt:

"Gott, gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden."

Für den Einen oder die Andere vielleicht bekannte Worte. Aber dadurch verlieren sie ja nicht an Wahrheit. Ich merke, dass sie mir gut tun. Ich brauche Gelassenheit, denn ich kann nicht alles ändern. Bei manchen Dingen bin ich machtlos. Auch wenn es um das Organisieren in diesen Tagen geht. Es gibt leider Grenzen und Menschen werden enttäuscht. Das schmerzt.

Auf der anderen Seite brauche ich den Mut, Dinge anzugehen (Videos aufnehmen, Blog schreiben, meine Gedanken auf die Welt loslassen, Posaune aus dem offenen Fenster spielen...). Damit ändere ich für mich etwas, auf jeden Fall. Und für euch ändert sich die Perspektive manchmal vielleicht auch. Ein Gedanke, der auf neue Wege führt.

Und Gott weiß: an der Weisheit der Unterscheidung arbeite ich täglich!

 

Ich danke auf jeden Fall den Kindern/Eltern/Menschen, die dieses Bild auf den Weg gemalt und die Worte geschrieben haben! Hört auf die Kinder!

Ach ja: Die bringen auch zum Lachen, wie mir eine Leserin schrieb. Sie liest regelmäßig meinen Blog und hatte vor einigen Tagen den 'Irischen Reisesegen' im Ohr. Ein Lied mit der Textzeile "Und bis wir uns wiedersehen halte Gott dich fest in seiner Hand." Sie schaute sich ein Video auf Youtube an und summte das Lied so vor sich hin. Dann fraget ihre Tochter (5 Jahre): "Was singst du da: "Und bis VIRUS ...".
Vielen Dank für das Teilen dieser Geschichte. Mir ging es wie der Mutter: Ich musste herzlich lachen. Wie schön!

Mit Worten aus dem Johannesevangelium sage ich da nur noch: "Euer Herz soll sich freuen und eure Freude soll euch niemand mehr nehmen!" (Johannesevangelium Kap. 16 Vers 22)

Ich wünsche euch jeden Tag einen Grund zum Lachen!

Viel Segen. Bis Morgen!


Mittwoch, 25.03.2020 - Tag 12

Keine Antwort ist auch eine Frage

Und wie lange dauert das jetzt? Und wann ist der Höhepunkt erreicht? Wann gibt es denn einen Impfstoff? Ach wie gerne hätte ich eine Antwort. Aber statt einer Antwort bleibt da nur das Fragezeichen stehen. Niemand weiß es. Dabei wäre eine Antwort gut und ich als Mensch im 21. Jahrhundert habe bis vor ca. 14 Tagen ja so gelebt, als gäbe es auf alle Fragen natürlich eine Antwort. Oder eher: Ich konnte mir gar nicht vorstellen, dass so eine Situation überhaupt kommt.

Die jetzige Lage bringt mich an die Grenzen dessen, was ich aushalten kann und will. Die Ungewissheit stinkt mir wie ein fauliges Ei.

Mir persönlich hilft der Blick in die Bibel und heute konkret ein Blick in die Tageslosung. Losung und Lehrtext begleiten viele Menschen seit vielen Jahrzehnten. Und heute heißt es im Lehrtext zur Losung: „Alle miteinander bekleidet euch in Demut.“ (Brief an die Galater Kap. 4, Vers 4)

Ich mag dieses Wort: Demut. Es ist zwar alt und über viele Jahre war es eher verpönt, aber es erinnert mich an eins: „Es steht nicht alles in meiner Macht.“
Es ist dramatisch, dass diese schwierigen Zeiten mir das vor Augen führen – das hätte ich mir sehr gerne anders gewünscht.
Aber zur Zeit werde ich leider täglich genau daran erinnert. Es steht nicht alles in meiner Macht. Meine Möglichkeiten sind begrenzt.
Statt einer Antwort lautet also die neue Frage: Wie gehst du damit um?

In der Losung für den heutigen Tag hat der Prophet Jesaja seine Lösung gefunden:
„Wie kehrt ihr alles um! Als ob der Ton dem Töpfer gleich wäre, dass das Werk spräche von seinem Meister: Er hat mich nicht gemacht! Und ein Bildwerk spräche von seinem Bildner: Er versteht nichts!“ (Jesaja Kap. 29, Vers 16)

Jesaja sagt: Du legst falsche Maßstäbe an, stellst die falschen Fragen: Es gibt Dinge die du nicht wissen kannst und nicht wissen musst. Sei demütig. Der Töpfer hat den Ton geformt und der Bildhauer weiß mehr als das Bildnis.
Manches ist nicht für mich bestimmt! Ich darf keinen tieferen Sinn hinter dieser Krankheit suchen, keinen Sinn in dem Virus, der unser Leben verändert. Ich muss und kann mich nur an die Situation anpassen, einstellen. Mein Platz ausfüllen so gut es eben geht. Demut üben.

Meine Fragen wird auch Gott nicht beantworten. Das, was er sagt, ist: "Ich bin für dich da! Immer". Oder um es mit den Worten von Paulus zu sagen: „Lass dir an meiner Gnade genügen!“ (2. Brief an die Korinther Kap. 12 Vers 9)

Gottes Gnade begleitet mich in diesen Tagen. Seine Liebe hält mich. Darauf vertraue ich.
Es bleibt die Frage: Genügt dir das, wenn alle anderen Antworten offen bleiben?

Keine Antwort. Nur eine Frage, die jeder für sich beantworten muss.

 

Gott, mit meinen Fragen bin ich alleine.
Keine einfache Antwort.
Kein einfach so oder so.
Das fällt schwer auszuhalten.

Lösungen stehen nicht in meinen Händen.
Diese Tage kosten Kraft.
Zeit vergeht zäher.
Geduld ist gefragt. Die brauche ich.

Gott, dein ist die Zeit.
Dein ist das Leben.
Halte mich fest, wenn alles unsicher ist.
Lass mich deine Gnade spüren:

Die Sonnenstrahlen auf der Haut.
Die frische Brise am Morgen.
Den Duft der Welt.
Die Worte von Freunden.

Dafür danke ich dir und bitte dich:
Lass mir daran genügen in diesen Tagen.
Lass mich das, was ich habe auskosten bis zum letzten Tropfen –
und fülle du mir aufs Neue meine Seele.
Amen

 

Bis Morgen!


 

Dienstag, 24.03.2020 - Tag 11

Heute gibt es ein kleines Video. Ich habe vor einigen Jahren eine wunderbare Geschichte gehört und den Text ergattert. Die Geschichte vom schönen Gedicht.

Es geht um einen Brummbären, der nach dem Winterschlaf alles vorher Erlebte und Geträumt in ein Gedicht bringt. Und dieses Gedicht wird dann...

 

Genau, das ist die Geschichte. Viel Freude beim Hören und beim Entdecken der Verse!

 

Die Geschichte vom schönen Gedicht

 

Hier noch ein paar Links für euch:

Die Propstei Braunschweig veröffentlicht jeden Tag ein MUTWORT auf youtube. Hier geht es zum #mutwort

Diejenigen, die auf der Suche nach einer kleinen Andacht mit Liedern und Musik zum Mitsummen oder Singen sind, verweise ich gerne auf eine Andacht aus der Clauskapelle in Goslar von meinem Kollegen Ulrich Müller-Pontow .

Andachten zu den Wochenthemen der Passionszeit hat auch mein Kollege Jürge Grote aufgenommen.

Den online Gottesdienst vom vergangenen Sonntag aus St. Katharinen mit Pfr. Werner Busch findet ihr hier .

 

Bis Morgen!


Montag, 23.03.2020 - Tag 10

Klang der Zuversicht

Am Samstag klingelte mein Telefon. Das ist nichts Ungewöhnliches in diesen Tagen. Häufig sind es Eltern, die wegen der Notbetreuung der Kitas nachfragen, Brautpaare und Taufeltern mit Terminsorgen. Es geht zu 90% um Krisenbewältigung. Eine andere Herausforderung als der ‚normale‘ Alltag. Als das Telefon am Samstag ging, waren Barbara und Ruth dran. Barbara ist Kirchenvorsteherin in Ölper und Ruth, ihre Frau, ist eine unserer Musikerinnen in St. Jürgen. Barbara hatte von der Aktion #balkonsingen gehört, die Margot Käßmann, ehemalige Landesbischöfin von Hannover, initiiert hatte. Nach ein paar Minuten war klar: Da machen wir mit. Keine Krisenbewältigung sondern Kreativität leben.

Es wurden zig Nachrichten verschickt, im privaten Bereich via whastapp und vom Pfarramt per Mail. Wir haben es bekannt gemacht und dazu eingeladen Videos zu drehen, Fotos zu machen. Ich habe das ganze live bei facebook gestreamt – sonst nicht so meins. Und dazu die Idee: Ein bisschen Musik wäre doch super. Also haben Ruth und ich uns kurzerhand am Nachmittag getroffen und Verstärker, Kabel, Mikros, Stativ, Gitarre etc. auf den Kirchturm gebracht. Und das ganze in einem Mindestabstand voneinander.

Bei der Tonprobe war schon klar: Da machen Menschen mit. Das Nachbarhaus machte noch schnell einen Aushang, damit alle Bescheid wussten, es ging rum und als es 19 Uhr wurde, ertönte mit Gitarre begleitet „Der Mond ist aufgegangen“ vom Kirchturm, aus dem Nachbargarten, von der Celler Heerstraße (liebe Grüße an Nanni & Markus und Enna), aus dem Papenkamp und von vielen anderen Orten. Eine gute Freundin (liebe Grüße Betti!) war in ihrem Garten und sang dort. Und auch wenn sie vermutet hatte allein zu sein, hörte sie doch die Mitsänger*innen von den benachbarten Straßen. Unglaublich. Wie viel Kraft die Musik hat!

Singt Gott! Spielt ihm Lieder und Psalmen und lobt seinen Namen. Lobe den Herrn meine Seele und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat!

 

Musik verbindet. Seit Samstag verbindet uns das schöne alte Lied von Mathias Claudius jeden Abend um 19 Uhr. Mit Musik vom Kirchturm, Gesängen und Gesumme aus Gärten und von offenen Fenstern. Ja, ich habe einige Videos bekommen, die wir noch ein bisschen zusammenschneiden werden. Dann gibt es die hier zu sehen/hören. So klingt Zuversicht.

Oder so: Sonntag 18 Uhr! Da hallte die ‚Ode an die Freude‘ durch die Luft. Beethoven lässt grüßen und freut sich mit all den Musikern auf Balkonen und an Fenstern. Ich weiß, dass ich um 18 Uhr am Sonntag mit unglaublich vielen Menschen zusammen musiziert habe. Ich weiß von einigen aus Ölper und von vielen anderen aus Bockenem, Heere, Braunschweig, Hannover …

Singt Gott! Spielt ihm Lieder und Psalmen und lobt seinen Namen. Lobe den Herrn meine Seele und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat!


Macht weiter! Wir alle! Von eurem Fenster und aus eurem Garten. Geben wir der Zuversicht einen Klang! Wir hören uns heute um 19 Uhr!

Hier noch ein Video-Link .

Bis Morgen.


 

Sonntag, 22.03.2020 Lätare - Tag 9

Der Lätare-Strauß

Es gibt kirchliche Traditionen die bekannt sind: Den Adventskranz zum Beispiel. Es gibt auch Traditionen, die so ein bisschen bekannt sind: Die Barbara-Zweige im Advent. Und es gibt Traditionen, die selbst in der Kirche verschütt gegangen sind. Der Lätare-Strauß ist so ein Beispiel. Den gibt es nur noch in wenigen Gemeinden und viele wissen damit nichts anzufangen.

Lätare, so heißt der heutige Sonntag. Übersetzt bedeutet das so viel wie: „Freut euch.“ Freude mitten in der Passionszeit? Ja! Denn Lätare liegt in der Mitte zwischen Aschermittwoch und Ostern. Es ist, in der Mitte gelegen, das kleine Osterfest. Auch die liturgische Farbe ändert sich, also die Farbe der Tücher (Paramente) am Altar und der Stola. Normalerweise ist die Passionszeit lila oder violett. Heute, an Lätare, ist die Farbe rosa. Um das zu erklären gibt es ein bisschen Farblehre:

Lila entsteht durch die Verbindung von blau (Himmel) und rot (Erde, Blut). In Zweiten in denen sich also Himmel und Erde annähern (Advent = Gott wird Mensch und Passion = Gott leidet in der Welt, nimmt alles menschliche auf sich) ist die liturgische Farbe violett. Das helle weiß steht als ‚Farbe‘ für Christus. Es weist auf das helle und frohe Licht des Ostermorgens. Nun müsst ihr euch vorstellen, dass heute an Lätare schon ein erster Strahl des Osterlichtes auf das violett fällt und es heller macht, durchscheinen lässt. Und ein helles violett wird… rosa!
Genug Farblehre.

Lätare ist ein kleines Freudenfest mitten in der Passionszeit. Und dazu gehörte früher auch der Lätare-Strauß. Kirschzweige (oder andere Zweige) werden geschnitten und in die Vase gestellt. An die Zweige werden rosa Schleifen gebunden und Brezeln gehängt. Das rosa der Schleifen habe ich schon erklärt. Die Zweige stehen in der Vase und wirken erst einmal ziemlich tot und vertrocknet. Aber in der Vase werden sie dann zu Ostern blühen. Das Leben siegt!
Die Brezeln erinnern an eine alte Gebetshaltung: Die Hände verschränkt vor der Brust, so dass es an eine Brezel erinnert. Das war früher eine ganz demütige Gebetshaltung. Demut vor Gott, der aus dem Tod Leben erwecken wird und dessen Licht schon jetzt schimmert.

Das ist die Tradition des Lätare-Straußes. Die Bilder musste ich mir von anderen Seiten* ausleihen ausleihen und ich hoffe, das ist ok. Ich habe in meinen Fotos leider kein Bild gefunden.
Vielleicht habt ihr ja alles da für so einen kleinen, fröhlichen Hoffnungs-Strauß. Dann schmückt ihn doch und stellt ihn als Zeichen der Zuversicht zu Hause hin! Schickt mir auch gerne ein Bild davon.

Ich wünsche euch einen gesegneten Sonntag Lätare und schließe mit einem Gebet:


Gott, so viel strömt auf mich ein.
Woran kann ich mich halten?
Was gibt mir Hoffnung?
Lass du die Blüten aufgehen
an meinen verdorrten Hoffnungszweigen.
Wo ich wie gelähmt, wie tot bin:
Weck mich auf!
Ich vertraue auf dich.
Du hältst mein Leben.
Füttere die Quelle meiner Zuversicht mit Licht.
Deinem Licht!
Sei bei mir. Bei denen, die ich liebe.
Nah und fern.
Vertreib die Dunkelheit in Herzen und Gedanken.
Lass Freude werden! In mir. Amen

 

Es segne und es behüte euch
der gnädige und barmherzige Gott.
In allem mächtig.
Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen

 

Bis Morgen!

*Bilder von: Ev. Kirchengemeinde Nieder Neuendorf & wolfgangiblog.blogspot.com


Samstag, 21.03.2020 - Tag 8

 Heute gibt es ein Video (nicht nur) für Kinder. Es fallen ja nicht nur die sonntäglichen Gottesdienste aus. Auch Kindergottesdienste und Kinderkirche.

 

 

Als Video-Link gibt es heute eine Erzählung mit dem Kamishibai, dem Erzähltheater. In Vorbereitung auf Ostern erzähle ich den "Kreuzweg Jesu" vom Einzug in Jerusalem bis Karfreitag.

Wie es weitergeht erfahrt ihr Ostern smiley

 

Gerade in diesen Tagen, die mit Sorgen und Ängsten voll sind, tröstet mich die Erzählung vom Kreuzweg Jesu.
All das was er erleiden musste, ertragen hat, sein Weg durch die tiefen Schicksale menschlichen Lebens. Das tröstet mich, weil ich weiß, dass es eben nicht am Karfreitag endet. Dass es weiter geht.
Ich habe einen Gott, der auch aus der tiefsten Dunkelheit Licht hervorbringt. Dem Not nicht fremd ist. Das tut mir gut. Und diese Erzählung heute mit etwas Abstand zu Ostern heißt auch: Spannung aushalten.

Ich weiß zwar, dass es gut wird, nur wirklich erfahren werde ich es erst später.

So ist es auch in dieser Krisenzeit: Wir werden sie überstehen. Irgendwann wird es gut weitergehen. Irgendwann wird es Ostern. Nur muss ich es aushalten, dass es noch nicht soweit ist.

Bis es soweit ist, bleibe ich für euch da! - So Gott will!

Bis Morgen.


 

Freitag, 20.03.2020 - Tag 7

Ich probiere ja noch immer aus mit youtube & Co. Aber auch heute gibt es ein Video . Ich lese Verse aus Psalm 139 in der Übersetzung der BasisBibel.

Zum Video geht es hier .

Zum Lesen geht es hier .

 

 

Psalm 139

Worte voller Zuversicht und Hoffnung. So beschreibe ich diesen Psalm für mich. Meine Zuversicht: Gott ist immer da. Er sieht die Not, die Dunkelheit, doch bei ihm hat die nicht das letzte Wort. Gott sieht meine Wege, die guten und die falschen. Und er verurteilt mich nicht. Nein, er leitet mich. Er ist für mich da.

Das Bild des ‚allsehenden‘ Gottes war und ist für viele Menschen ja eher eine Drohung: „Der liebe Gott sieht alles!“ Aber in einer kleinen Erzählung heißt es:

In einem alten Pfarrgarten stand ein Apfelbaum. Der Garten war von hohe Mauern umgeben und ein großes Eisentor sollte ungebeten Gäste fernhalten. Im Herbst trug der Baum leuchtende Früchte. Saftig rot glitzerten sie in der Sonne.
Und als der alte Pfarrer eines Morgens ernten wollte, fehlten etliche der Äpfel. Er wurde zornig, schrieb ein Schild und rammte es in den Boden vor dem Eisentor. Darauf stand: „Der liebe Gott sieht alles!“
Als er am nächsten Morgen in den Garten kam, war der Baum um viele Früchte erleichtert. Und auf dem Schild – in krakeliger Kinderschrift geschrieben – stand: „Ja, aber er petzt nicht.“

Gott petzt nicht. Es ist keine Drohung, dass Gott alles sieht. Es ist sein Versprechen: „Ich bin, ich bin da.“
Dieser Name ist uns von Gott überliefert: „Ich bin da.“ (2.Mose 3)

Egal wo ich bin und wie es mir geht, egal wie weit er entfernt erscheint. Er ist da.
Diese Zuversicht leitet den Beter des Psalms und mich im übrigen auch!

 

 

 

 

Pslam 139 in der Übersetzung der BasisBibel (Versauswahl)

HERR, du hast mich erforscht
und kennst mich genau.
Ob ich sitze oder stehe: Du weißt es.
Meine Absicht erkennst du von fern.
Ob ich gehe oder ruhe: Du bemerkst es.

Alle meine Wege sind dir bekannt.
Noch liegt mir kein Wort auf der Zunge,
schon weißt du, Herr, was ich sagen will.
Von hinten und vorn hast du mich umschlossen.
Und deine Hand hast du auf mich gelegt.

Zu wunderbar ist dieses Wissen für mich.
Es ist mir zu hoch: Ich kann es nicht fassen.
Wohin könnte ich gehen vor deinem Geist,
wohin fliehen vor deiner Gegenwart?

Würde ich in den Himmel steigen: Du bist dort.
Würde ich mich in der Unterwelt verstecken:
Du bist auch da.

Würde ich hoch fliegen, wo das Morgenrot leuchtet,
mich niederlassen, wo die Sonne im Meer versinkt:
Selbst dort nimmst du mich an die Hand
und legst deinen starken Arm um mich.

Da sagte ich: »Finsternis komme über mich!
Nacht soll mich umhüllen wie sonst das Licht!«
Doch für dich ist die Finsternis gar nicht finster.
Und die Nacht leuchtet so hell wie der Tag:
Finsternis ist für dich gleich wie das Licht.

Wie kostbar sind für mich deine Gedanken, Gott!
Wie zahlreich sind sie doch in ihrer Summe!
Wollte ich sie zählen: Es sind mehr als der Sand.
Käme ich zum Ende: Noch immer bin ich bei dir.

Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz!
Verstehe mich und begreife, was ich denke!
Schau doch, ob ich auf einem falschen Weg bin!
Und führe mich auf dem Weg, der Zukunft hat!

 

Bis Morgen!


 

Donnerstag, 19.03.2020 - Tag 6

Interaktiv: Hier ein Video-Link . Gibt es auch bei Facebook: #mutmacher. Eigentlich eine Aktion der Braunschweiger Zeitung, aber ich möchte wissen: Was macht euch in diesen Tagen Mut. Schreibt mir eine Mail oder schreibt es als Kommentar zum facebook-post auf meiner Seite dort. Ich werde das dann hier mit euch teilen!

 

Wenn die Hoffnung flöten geht – Spiel Klavier!

Ja ok. Ist etwas platt, aber Tamara hat zurzeit tatsächlich mal Zeit, Klavier zu spielen und Fiete ist völlig begeistert, dass wir so viel zu Hause sind – auch wenn es manches zu tun gibt, sind wir ja da. Das reicht dem Mops. Auf dem Bild seht ihr Fiete in der Sonne liegen. Titel des Bildes könnte wohl sein: „Die absolute Leichtigkeit des Seins!“ Hund kann mit so wenig zufrieden sein und ich möchte manchmal mit Reinhard Mey einstimmen: „Manchmal wünscht ich, ich wär mein Hund…“
Gerade die Leichtigkeit fehlt dem Leben in den letzten Tagen. Statt Leichtigkeit legen sich Sorgen aufs Gemüt. Ängste und Traurigkeit. Konfirmationen, Taufen abgesagt, zum Teil müssen Hochzeiten verschoben werden. Da fühle ich mit. So lange freut ihr euch und dann, aus heiterem Himmel steht alles in Frage.
Von daher finde ich die Aktion der Braunschweiger Zeitung #mutmacher super. Denn gerade jetzt ist es wichtig den Mut nicht zu verlieren. Den Optimismus zu bewahren und Dinge zu finden, die Zuversicht schenken. Was ist das bei euch?
Ich lese in diesen Tagen ganz viele Kommentare und Posts: ‚Chancen der Krise‘, ‚die Erde atmet auf‘ und vieles anderes. Und ja, da ist viel Wahres dran, aber: Für diejenige, die gerade den wichtigsten Tag des Jahres absagen, verlegen müssen oder die nicht wissen, ob das nötig ist oder doch noch klappt. Die unsicher sind. Denen bringen diese optimistischen Blicke nicht viel. Und an diese Menschen denke ich heute und bete für euch und sie:


Gott. Ich bin traurig.
Meine Vorfreude erstickt, bekommt kaum Luft.
Ich war so euphorisch.
Feiern, Freunde, Tanzen.
Alles steht in Frage.
Ich weiß nicht wie es wird.
So viele Fragen – keine Antwort.
So viel Sorge – wo bist du da?
Bist du da? Dann zeig dich bitte.

Mein Herz weint und sehnt sich nach Hoffnung.
Meine Seele schreit.
Die Unsicherheit zerreißt mich.
Bleib nicht stumm.
Ich lege dir alles hin, was mich traurig macht…

Gott. Gib mir Zuversicht.
Gib mir Leichtigkeit
und
so unendlich schwer es fällt:
Schenk mir Gelassenheit.
Freude über Sonne und Regen.
Lachen und Freunde.
Gesundheit und Vogelgezwitscher.
Gute Zeit am Klavier und auf dem Sofa.
Beim Kochen und Essen – allein, zu zweit, in der Familie.

Mit einem mehr.
Mit dir, Gott.
Du lässt mich nicht los.
Du bist bei mir.
Du machst mir Mut.
Danke!

Amen

 


Ein Mutmacher aus Bochum

Mich erreichte eine Mail von Dr. Joachim Hein. Er schreibt:


„Ich bin Mitglied in einem kleinen Gebetskreis hier in Bochum und wir haben uns vorgenommen, jeden Vormittag um 10 Uhr 5 Minuten lang für alle Menschen zu beten, die von Corona betroffen sind, also Patienten, Pfleger, Ärzte und auch Politiker und Verwaltungsmitarbeiter. Wir versprechen uns davon eine dreifache Wirkung:
1. Ein Dankeschön an die vielen Helfer,
2. Eine Fürbitte für die Patienten,
3. Eine positive Wirkung auf die Betenden selber, dass, wie schlimm es auch kommen mag, wir immer noch beten können.

Vielleicht mögen Sie diese Anregung einmal geeignet weitergeben.

Mit vielen Segens Grüßen
Joachim von Hein“

 

Danke, dass es solche Gruppen gibt.

#mutmacher


Mittwoch, 18.03.2020 - Tag 5

Für Frühaufsteher und Nachteulen schon mal ein Video-Link . Infos und Gedanken dazu folgen im Laufe des Tages!

Im Dunkel unsrer Ängste – Lied im Video Link
Das Lied findet sich im EG+ Nr. 9 -

Im letzten Jahr bin ich auf dieses Lied gestoßen. Endlich ein Passionslied neueren Datums, das singbar ist. Der Text macht mir bei jedem Singen Mut. In ihm steckt ein Kern des Glaubens: Gott leidet unsere Not mit. ( Liedtext )
Das klingt nicht hoffnungsvoll? In meinen Ohren schon. Im Dunkel meiner Ängste, im Schrei aus meiner Not, da wünsche ich mir einen Gott der das kennt. Der nicht oben auf Wolke 7 sitzt und freundlich mitfühlend lächelt. Ich wünsche mir einen, der das kennt. Einen, der meine Ängste mitfühlen kann. So gruselig manche mittelalterliche Jesusdarstellung erscheint: Sie drückt genau das aus. Der hält es aus, deine Sorgen zu tragen!
Ein Gott, der die menschliche Kälte am eigenen Leib gespürt hat, dem traue ich zu, mir zu helfen. Vor dem scheue ich mich nicht, zu zweifeln, zu wüten, zu heulen und zu schreien. Ich glaube, dass er das auch gemacht hat. Und die Bibel erzählt es: Er schreit am Kreuz. Er weint beim Wahnsinn unseres Handelns. Er weint mit uns an unserm Kreuz. Er stirbt auch unseren Tod.
So einen Gott brauche ich. Der macht mir Mut. Der trägt meine Sorgen und meine Ängste. Und schließlich: Er steigt mit uns von unserm Kreuz, besiegt auch unseren Tod. Nichts in dieser Welt, in dieser Zeit ist so dunkel, dass Gottes Licht es nicht hell machen kann. Und an den Grenzen, an denen ich nichts mehr tun kann, lege ich Gott alles Dunkle in die Hände – Sorgen, Ängste, tiefe Zweifel. Er kann das ab. Und er trägt das mit. Da bin ich absolut zuversichtlich.
Bleibt gesund. Bis Morgen!

 

Mittagsgeläut in den Kirchen!

Auf Bitte und Anregung unseres Landesbischofs Dr. Christoph Meyns werden ab heute, 18.03.20, 12:00 Uhr täglich die Glocken läuten. Sie laden dich zum Gebet ein, zum Innehalten. Panik ausschalten. Dem Himmel in den Ohren liegen und beten. Die Bitte des Landesbischofs im Wortlaut:

"Ich bitte darum alle Verantwortlichen in den Kirchengemeinden, dass ab morgen bis zum Osterfest in jeder Kirche in unserer Landeskirche täglich um 12.00 Uhr mittags eine Glocke eine Minute lang läutet und wir uns in dieser Minute miteinander durch ein gemeinsames Gebet verbinden, wo auch immer wir gerade sind. Wenn Sie mögen, sprechen Sie dabei ein Vaterunser und folgendes Gebet:
Herr, unser Gott, lass uns jetzt im Glauben zusammenstehen. Stärke unser Vertrauen und unseren Mut. Unsere Worte und unsere Taten mögen von Liebe erfüllt sein. Sei bei allen, die krank sind, sich Sorgen machen oder Angst haben. Segne alle, die ihnen helfen. Schenke uns allen Geduld und Kraft. Das bitten wir dich durch Jesus Christus. Amen."

 


 

Dienstag, 17.03.2020 - Tag 4

Gestern haben mich die ersten Gebetsanliegen erreicht. Vielen Dank dafür.
Hier geht es zu einem kleinen Video zu der Aktion.
Schickt mir gerne weiter Mails und Gebete, Wünsche . Teilt eure Sorgen und teilt gerne auch, was euch Hoffnung macht! Zuversicht.

Dazu gibt es allen Grund. Neben allen Zahlen und Fakten die uns die Medien um die Ohren hauen und die uns gar nicht zur Ruhe kommen lassen, gibt es ja auch tolle Dinge.
An vielen Stellen wird Menschlichkeit größer geschrieben (es sei denn es geht ums Klopapier - sorry, kann ich mir nicht verkneifen).
So viele Kolleginnen und Kollegen werden kreativ in den Medien, facebook, youtube... Wenn mir vor einer Woche jemand gesagt hätte: Du machst mal einen Blog und lädtst Videos bei Youtube hoch, ich hätte gelacht. Auf einmal sehe ich Chancen und Möglichkeiten, Raum für Kreativität. Und damit auch ganz viel Raum für Zuversicht.

Ich lese von so vielen Leuten Kommentare im Netz. Angebote für ältere Menschen einkaufen zu gehen ploppen immer wieder auf. Großartig.
Dieser wunderbaren Kreativität, dieser Hoffnung stehen die Hamsterkäufe gegenüber.
Heute Morgen traf ich einen jungen Mann, mit Klopapier im Arm - keine Unmengen sondern normaler Eigenbedarf. Und wer in diesen Tagen Klopapier zu Gesicht bekommt, hat einen Gesprächseinstieg: "Oh! Herzlichen Glückwunsch, da gab es mal wieder welches!?"
Wir kamen ins Gespräch und er sagte ganz ehrlich: Er hat keine Panik und keine große Sorge gehabt - bis er einkaufen war! Die leeren Regale ließen auf einmal Panik in ihm aufsteigen. Er wusste wie unnötig das eigentlich ist. Aber: ich kann mich dagegen kaum wehren. So funktioniert unser Kopf. Die ständige Berichterstattung der Medien, die Zahlenkolonnen und die leeren Regale sprechen eine Sprache, die meinem Kopf sagt: NOTFALL! Auch wenn es soweit nicht ist. Darum sind diese Hamsterkäufe so bescheuert. Die Lager sind voll. Du musst nur Glück haben, im Laden zu sein, wenn gerade noch was eingeräumt ist smiley - oder fragen:
Das Reismehl, das ich gestern brauchte, stand einfach auf einem 'versteckten' Extraregal - die wissen schon warum!

Ich jedenfalls versuche mich an den tollen Angeboten von Menschen zu freuen. Ich bin ganz gerührt von den Mails, die mich erreichen. Schreibt mir gerne weiter. Auch einfach so!
Bleibt gesund! Bis Morgen!

 

 

Hier noch eine Seite mit Tips und Links für " Kirche von zu Hause " gepostet bei der Kirchengemeinde Querum. Danke dafür.

 

Und noch eine Kleinigkeit!

Auf dem Pfarrhof steht eine lila Box, die Blog-Box. Darin liegen ausgedruckt 'Wohnzimmer-Liturgien' und Hinweise auf den Blog. Eine flächendeckende Verteilung schaffen wir nicht. Aber wenn ihr wisst, wer sich darüber freut, dann holt euch etwas raus, bringt es vorbei. Macht einen Aushang zum Blog, damit wir viele Menschen in dieser Zeit erreichen. Nutzt gerne den QR-Code dafür. Teilt Zuversicht - gegen Panik und Hamsterkäufe.

 


Montag, 16.03.2020 - Tag 3

Vielen Dank für eure Rückmeldungen. Es freut mich, wenn die Texte und Bilder ein bisschen Zuversicht bringen und Hoffnung aufblüht!
Dir, Nanni, lieben Dank für diesen Link . Vielleicht ist das ja auch etwas nachdenkliches für euch. Ich plane gerade schon mediale Angebote für Karfreitag und Ostern. Aber heute etwas zum mitmachen:

Eure Fürbitte findet den Weg in die Kirche!

Heute eine kleine Interaktive Idee:

Vielleicht hat die eine oder der andere ein Gebetsanliegen, dass er gerne in Gottes Hände legen möchte.
Möglicherweise fühlt es sich aber nicht gut an, das zu Hause zu tun.
Schreibt mir eine Mail oder werft mir etwas handgeschriebenes in den Briefkasten (Kirchbergstr. 2, BS-Ölper).
Ich werde dann in der Kirche für euch und euer Anliegen eine Kerze entzünden oder einen Stein ablegen,
für euch beten und hier immer wieder Fotos der Kerzen und Steinen posten.
Die Gebetsinhalte unterliegen natürlich zu 100% der Schweigepflicht. - Gebet & Seelsorge gehen da Hand in Hand!

Ich freue mich, wenn ich euch so etwas abnehmen kann an Last und Sorge oder Freude!

Bleibt gesund und zuversichtlich! Bis Morgen.


Sonntag, 15.03.2020 - Tag 2

Kleine Wohnzimmer-Liturgie

Ein Gottesdienst zu Hause? Ohne Gemeinde? Nur Familie oder nur ich allein? Geht das? Sicher. Wenn du das Bedürfnis hast zu beten und nicht weißt wie, eine kleine Andacht zu halten mit Freunden, dem Partner, der Familie, gibt es hier eine kleine „Wohnzimmer-Liturgie“. Sieht länger aus, als sie ist!
Über Rückmeldung und Ergänzung freue ich mich.

  1. Ankommen: Komm zur Ruhe und nimm dir Zeit. Telefon, Fernseher, Radio etc. aus.
  2. Kerze: Stell eine Kerze vor dich hin oder in eure Mitte. Reiß ein Streichholz an (Feuerzeug geht auch, riecht aber nicht so schön).
  3. Atem: Schau die Kerze an und atme ganz bewusst ein und aus. Spüre deinen Atem in deinem Körper. Wie sich dein Brustkorb hebt und senkt. Atme ein paar Mal ganz bewusst ein und aus. Das Ausatmen kannst du mit einem mmmh-Laut machen. Du summst dich damit ruhig. (Je öfter du das machst, desto schöner wird es. Am Anfang fühlt es sich komisch an und funktioniert nur kurz – das ändert sich.)
  4. Worte: „Ich bin hier Gott. Du bist hier. Höre mich. Spüre mich. Öffne mein Herz für dich. Amen.“
    Diese Worte kannst du gut wiederholen. So oft es sich gut anfühlt. Das wird sich verändern.
  5. Summe, singe, mach Musik: Vielleicht hast du Lust ein Lied anzustimmen: Vom Aufgang der Sonne, Laudato si, Lobe den Herren. Vielleicht auch eher „Dancing Queen“ von Abba oder ein Schlager. Mit Musik kannst du Gott loben. Und wenn du meinst: Das Lied passt nicht, egal: Gott weiß, wie du es meinst! Trau dich!
    Und wenn du keine Lust hast – höre dir ein Musikstück an, ein Lied oder eine Klaviersonate, darauf kommt es nicht an.
    Zur Not kannst du die Musik auch weglassen.
  6. Gebet: Ein Gebet zu sprechen ist viel einfach als du denkst:
    Gott, in deine Hände lege ich, was mich fesselt und lähmt…
    Gott, vor deine Füße lege ich alles, was mir zu schwer ist…
    Gott, dir ans Herz lege ich, Menschen die ich liebe…
    Gott, von dir nehme ich dankbar, was mich froh macht …
    (Danke an Matthias Rost für die Idee dazu.) Du kannst zwischen den Sätzen in der Stille an konkretes denken oder es aussprechen, Namen, Ereignisse, Sorgen, Ängste, Freuden.
  7. Stille: Ruhe tut gut. Nach dem Gebet bleib einfach ruhig sitzen. Atme ein und aus. Höre auf die Stille. Eventuell geht das am Anfang nur ein paar Sekunden. Kein Problem. Du musst dich daran gewöhnen, dass das schön ist. Immer daran denken: alles, was du tust soll sich irgendwie gut anfühlen. (Auch wenn es sich komisch anfühlt, merke: Komisch aber irgendwie schön ist super; komisch und unangenehm ist blöd. Ändere was, finde deine Art.)
  8. Vater Unser: Sprich das Gebet, das uns Christen verbindet und das Jesus selbst uns beigebracht hat:
    Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name,
    dein Reich komme, dein Wille geschehe,
    wie im Himmel so auf Erden.
    Unser tägliches Brot gib uns heute
    und vergib uns unsere Schuld,
    wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
    Und führe uns nicht in Versuchung,
    sondern erlöse uns von dem Bösen,
    denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit,
    in Ewigkeit. Amen
  9. Segen: Es segne und es behüte mich/uns Gott, Lebendige Kraft, Ewiges Licht, Liebe. Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen
    Du kannst dich gut und gerne mit dem Kreuzzeichen segnen: Stirn (Vater) – Herz (Sohn) – Schulterhöhe von links nach rechts (Heiliger Geist). Denn das ist das große Lebens-Plus (+) über deinem Leben.
  10. Abschluss: Atme noch einmal bewusst ein und aus. Lösche die Kerze. Geh gesegnet in den Alltag.

Gott segne euch! Bis Morgen.


Samstag, 14.03.2020 - Tag 1

Auch wenn das Leben zur Zeit an vielen Orten still zu stehen scheint: Es wächst. Leben wächst und blüht. Die bunten Krokusblüten am Ölper See strahlen in der Sonne.

Ich habe fast den Eindruck sie recken sich dem Frühling entgegen.
Sie strecken zuversichtlich den Kopf aus der feuchten und kühlen Erde und kein Fußgängen und kein Hund kann ihnen Angst machen. Sie blühen.

Jesus hat zwar gesagt schaut die Lilien auf dem Felde an, aber wenn gerade keine Lilien da sind, nehmen eben die Krokusse ihren Platz ein.

Seht die Krokusse am Ölper See (oder in anderen Parkanlagen)! Sie lassen sich vom Blühen nicht abhalten. Sie erzählen vom Leben, das schön und bunt ist. Auch jetzt. Denn auch, wenn manches zum Erliegen kommt und Kinder nun nicht mehr in die Schule oder die Kita gehen: Bei allem Ärger darüber, bei allem Chaos, beim Organisieren und Planen, ergeben sich in dem Ganzen vielleicht sogar Chancen, wer weiß. So viele Menschen reden von Entschleunigung. Und wenn erst einmal die Kinderbetreuung organisert ist und ich nicht von Veranstaltung zu Veranstaltung hechele - weil die ja nicht stattfinden, entdecke ich vielleicht neue Möglichkeiten, Zeit zu nutzen. Oder ich entdecke alte Möglichkeiten neu: Ein Buch lesen, mit den Kindern eine große Lego-Landschaft bauen, etwas spielen, toben, Zeit gemeinsam nutzen. Das ist trotz aller Einschränkungen, die schwer fallen, eine Chance, zuversichtlich in diese Wochen zu starten.

Seht die Krokusse: Sie nehmen sich Zeit zum Blühen. Zeit zu wachsen. Sie zeigen, dass Leben wächst und gedeiht. Auch jetzt.

Bleibt froh und gesund. Genießt die Zeit an der frischen Luft oder beim Basteln, Spielen und Schnacken mit euren Lieben. Soziale Kontakte einschränken heißt nicht: Geh nicht vor die Tür! Haltet nur ein wenig Abstand - wie die Krokusse, die lassen sich ja auch den Platz, den sie brauchen! Gott segen euch.

Bis Morgen.

Der Mond ist aufgegangen

1. Der Mond ist aufgegangen,
die goldnen Sternlein prangen
am Himmel hell und klar.
Der Wald steht schwarz und schweiget,
und aus den Wiesen steiget
der weiße Nebel wunderbar.

3. Seht ihr den Mond dort stehen?
Er ist nur halb zu sehen
und ist doch rund und schön.
So sind wohl manche Sachen,
die wir getrost belachen,
weil unsre Augen sie nicht sehn.

7. So legt euch, Schwestern, Brüder,
in Gottes Namen nieder;
kalt ist der Abendhauch.
Verschon uns, Gott, mit Strafen
und lass uns ruhig schlafen.
Und unsern kranken Nachbarn auch!

Text: Matthias Claudius 1779
Melodie: Johann Abraham Peter Schulz 1790